Handelsabkommen: Heftige Kritik an Rindfleisch aus den USA

Der Bayerische Bauernverband befürchtet große Nachteile für heimische Rindfleischerzeuger durch das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Die Europäische Kommission und die USA haben einen Handelsvertrag für Rindfleisch abgeschlossen. Dieser ermöglicht den Vereinigten Staaten mehr Fleisch nach Europa zu exportieren. Verbände, darunter der Bayerische Bauernverband (BBV), kritisieren das Handelsabkommen heftig.

Bauernverband sieht in Handelsabkommen Doppelmoral

Laut BBV sollen künftig 35.000 Tonnen Rindfleisch aus den USA stammen. Das entspricht 80 Prozent des gesamten zollfreien Importkontingents der EU. „Innerhalb der EU werden die Anforderungen an die Erzeugung – gerade auch an die Tierhaltung – fast täglich höher. Und gleichzeitig öffnet die EU Importen aus Drittstaaten Tür und Tor, ganz egal welche Standards dort gelten”, kritisiert BBV-Präsident Walter Heidl. „Mit dieser Doppelmoral auf dem Rücken von heimischen Bauernfamilien und Verbrauchern müsse endlich Schluss sein, so Heidl weiter.

Importe auch nicht klimaschutzkonform

Erst vor kurzem wurden die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten abgeschlossen und vereinbart, dass künftig 99.000 Tonnen Rindfleisch aus Südamerika zusätzlich zollreduziert importiert werden sollen. Der BBV kritisiert, dass jetzt die Umverteilung des zollfreien Kontingents zugunsten der USA folge und macht darauf aufmerksam, dass die EU bereits auch mit Australien über ein Freihandelsabkommen verhandelt. „Diese Handelsvereinbarungen bedeuten in der Summe erhebliche Wettbewerbsnachteile für unsere heimischen Rindfleischerzeuger, warnt Heidl mit Blick auf weitere Nachteile durch den Brexit. „Die niedrigen Erzeugerpreise sorgen für enorme Probleme bei den Rindermästern. Die geplanten Abkommen sind Gift für die Zukunftsperspektive unserer heimischen Rindfleischerzeuger“, so Heidl. Aufgrund der langen Transportwege sieht der Präsident die Importe aus Drittländern auch nicht äquivalent mit dem Klimaschutz. Er appelliert an die Verbraucher, gezielt regionale Produkte zu kaufen.

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