Grünen-Forderung: Schweinehalter befürchten Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit

Verschiedene Grünen-Politiker machen sich einerseits Sorgen um die Marktsituation der Schweinehalter, andererseits fordern Sie mehr Platz im Stall. Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter hält das für kontraproduktiv.

Die Europaparlamentarierin Maria Heubch, der Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff und der schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordnete Bernd Voß fordern von den EU-Landwirtschaftsministern, dass in der gesamten Union das Platzangebot für Schweine um 10 Prozent erhöht werden soll. Gleichzeitig kritisieren sie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dass er den Handel nicht genug unter Druck setze, mehr Geld für die Tierwohlverbesserung zu bezahlen.

Die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter (ISN) hält die Forderung der Grünen-Politiker für nicht sinnvoll. In so einer ruinösen Marktsituation, wie sie derzeit herrscht, auf Erzeugerkosten mehr Platz einzufordern, sei kontraproduktiv, so der ISN. Obwohl eine Abstockung in deutschen Betrieben im freien EU-Markt „schlichtweg verpuffen“ würde, hält der ISN den Blick nach Brüssel für nicht falsch, aber nur wenn alle Mitgliedsstaaten mitziehen. „Es darf nicht um die generelle Platzerhöhung gehen, sondern um einheitliche Platzvorgaben für alle Schweine in der EU”, so ISN-Geschäftsführer Torsten Staack.

Während die derzeit gültige EU-Richtlinie beispielsweise einen Mindestplatz von 0,65 m² für Mastschweine bis 110 kg vorgibt, liegt die deutsche Gesetzgebung schon heute um 15 % darüber (0,75 m²). Auch wenn die nationalen Vorgaben in Deutschland ohnehin schon höher liegen, so ist das längst nicht in allen EU-Staaten der Fall. Der ISN kann sich auch EU-weite Kontrollen „nach deutschem Standard“ vorstellen. „Es darf nicht sein, dass Deutschland die Vorgaben in der Praxis umsetzt, andere Länder dies jedoch zunächst nur auf dem Papier tun. Gleiches haben deutsche Schweinehalter schon bei der Gruppenhaltung der Sauen schmerzhaft erleben müssen.“, so Staack weiter.

Die Forderung der Grünen, Druck auf den Handel auszuüben, damit dieser mehr Geld in die Initiative Tierwohl investiert, begrüßt die ISN.

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