Grundwasser: Umwelthilfe verklagt Landesregierungen

Die Deutsche Umwelthilfe und der BUND verklagen Niedersachsen und NRW wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reicht Klage gegen die Landesregierungen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein. In einer Pressemitteilung heißt es, der Grund seien zu hohe Nitratwerte im Grundwasser. Der Grenzwert von 50 mg/l würde an vielen Stellen im Ems-Gebiet überschritten.

DUH: “Grundwasser in desolatem Zustand”

Auf zwei Drittel der deutschen Gebietsfläche der Ems-Region sieht die DUH den Grundwasserkörper in einem desolaten Zustand. Die Hauptursache sei intensive Tierhaltung und Überdüngung. Der Verein klagt deshalb für sauberes Wasser auf Grundlage der EU-Wasserrahmenrichtlinie und wird dabei vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt. Die Natur- und Umweltschützer fordern in der Klage die Landesregierungen auf, umgehend ein Maßnahmenprogramm für die Flussgebietseinheit Ems vorzulegen, um Trinkwasser zu schützen und der Landwirtschaft den ökologischen Wandel zu ermöglichen. Bisherige rechtliche Regelungen zur Düngung schützten das Grundwasser nicht ausreichend, heißt es weiter.

Kritik an Agrarpolitik

Aus Sicht der Umwelthilfe sorgt eine “fehlgeleitete Agrarpolitik ohne klare Leitplanken für Umweltschutz und Tierwohl” für die Überdüngung und den Zustand der Böden und Gewässer. Eine Orientierung auf den Export zu Weltmarktpreisen verschärfe die Situation. “Die Wurzel allen Übels ist die auf intensive Landwirtschaft ausgerichtete Agrarpolitik. Masse statt Klasse in der Nutztierhaltung sorgt für viele Probleme, für Umwelt, Tiere und Landwirte”, so DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Auch die Wasserversorger stehen vor immer größeren Herausforderungen, die Trinkwasserqualität zu erhalten.

Regulierung der Tierhaltung

Konkret fordern DUH und BUND eine flächengebundene Tierhaltung von maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar. Der ökologische Landbau müsse stärker als bisher bei der Umstellung und Vermarktung mit den richtigen Anreizen gefördert werden, so die Verbände. Sie kritisieren auch, dass die Trinkwasseraufbereitung durch hohe Nitratbelastung immer teurer werde. 

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