Grundwasser: Bauernverband weist Äußerungen des Umweltbundesamtes zurück

DBV-Generalsekretär Krüsken warnt vor Panikmache und Verunsicherung der Verbraucher.

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken weist die jüngsten Äußerungen des Umweltbundesamtes zu steigenden Grundwasserpreisen durch Nitratbelastung entschieden zurück.

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa) und im Morgenmagazin des Deutschlandsfunk sagte er: „Einige Diskussionsteilnehmer waren in den vergangenen sechs Monaten offenbar offline und haben politische Entscheidungen und die Zahlen des Nitratberichts 2016 ausgeblendet.“. Der Nitratbericht der Bundesregierung belege deutlich, dass „Wir zwar in einigen Regionen an der Nitratbelastung im Grundwasser arbeiten müssen. Es ist aber keine Tendenz erkennbar, dass die Qualität des Grundwassers in Deutschland immer schlechter werde.“.

Im Gegenteil, so Krüsken, immer mehr Messstellen wiesen geringere Nitratgehalte im Grundwasser auf. Deshalb gehe man davon aus, dass Wasserversorger weiterhin keine massiven und zusätzlichen Investitionen in die Aufbereitung tätigen müssten. Wichtiger sei allerdings die neue Dünge-Verordnung, die erhebliche Verschärfungen bringe, aber auch zu einer weiteren Senkung der Nitrateinträge führen werde.

Verunsicherung der Verbraucher

Gegenüber der dpa sprach Krüsken von „Panikmache und ungerechtfertigter Verunsicherung der Verbraucher“ durch die Aussagen des Umweltbundesamtes und einiger Umweltorganisationen. Nach dem Bericht der EU-Umweltagentur ist das Grundwasser in 82 Prozent der über 1200 Messstellen in Deutschland in Ordnung. An der Lösung der Problemfälle müssten und würden Landwirtschaft und Wasserwirtschaft kooperativ arbeiten. Auch in Regionen mit hoher Viehdichte würden die Landwirte ihrer umweltpolitischen Verantwortung gerecht werden. Beispielsweise wurde an den Trinkwasserentnahmestellen in Niedersachsen im Rohwasser durchschnittlich 5 mg Nitrat pro Liter gemessen. Dies seien 10 Prozent des Grenzwertes von 50 mg Nitrat/Liter, wie der Bericht des Niedersächsischen Landesbetriebs Wasserwirtschaft über die Trinkwasserschutzkooperationen darlege.

Mit der neuen Dünge-Verordnung sei in der vergangenen Woche „die wohl weitreichendste Überarbeitung der düngerechtlichen Vorschriften der letzten 20 Jahre“ in Kraft getreten, so Krüsken. Die damit verbundenen Beschränkungen und Verbote seien einschneidend für den Landwirt und seine künftige Düngung und würden einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der Nitrateinträge ins Grundwasser leisten, erklärte Krüsken.

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