Greenpeace sieht Schmidt als „Bundesminister für Tierleid“

Die Umweltorganisation demonstrierte vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium und stellte konkrete Forderungen an Minister Schmidt.

Anfang Mai legte Greenpeace ein Rechtsgutachten vor, aus dem die Umweltorganisation schließt, dass die deutsche Schweinezucht verfassungswidrig sei. Am Donnerstag demonstrierten Greenpeace-Aktivisten vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin mit einem „Mahnmal der armen Sau“. Sie sprachen dabei direkt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt an. Er sei der „Bundesminister für Tierleid“ war auf Transparenten zu lesen.

Greenpeace fordert von Schmidt eine „wirksame politische Strategie für bessere Tierhaltung in der Landwirtschaft“. „Minister Schmidt ignoriert die schweren Missstände bisher im Interesse der Fleischindustrie.“, sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace.  Damit sei er für millionenfaches Tierleid verantwortlich, mutmaßt Hofstetter. „Der Minister muss konkret sagen, wie er die Tierhaltung verbessern will, wie lange es dauern wird und wie es finanziert werden soll.“, so der Umweltschützer.

„Riesige Güllemengen aus Massentierhaltung“

Greenpeace rechnet vor: „59 Millionen Schweine werden jährlich in Deutschland geschlachtet, zwölf Millionen mehr als hier gegessen werden.“. Um die Kosten niedrig zu halten, fristeten über 90 Prozent der Tiere ihr Leben in engen Ställen ohne Auslauf oder Einstreu, heißt es weiter in einer Mitteilung. Des weiteren kritisiert die NGO, dass „die Ringelschwänze abgeschnitten werden, damit sich die Schweine unter den schlechten Haltungsbedingungen nicht gegenseitig verletzen“.

Neben „mangelndem Tierschutz“, so Greenpeace, sei die Haltung auch für „massive Umweltprobleme“ verantwortlich. Die Umweltorganisation spricht von „riesigen Güllemengen aus der Massentierhaltung“, die das Grundwasser mit Nitrat belasteten. Gewässer würden überdüngt und die Atemluft mit Ammoniakemissionen beeinträchtigt. In Schweinegülle habe man kürzlich vielfach multiresistente Bakterien sowie Antibiotika nachgewiesen.

Kritik an „Billigfleischpolitik“

Die NGO fordert, dass die deutsche Nutztierhaltung regelmäßig auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Wohl der Tiere angepasst werde. Sie kritisiert auch, dass durch die „Billigfleischpolitik“ vor allem Großschlachthöfe und Discounter profitierten. In den letzten 20 Jahren sei in Deutschland die Produktion von Schweinefleisch um 50 Prozent gestiegen während die Zahl der Erzeugerbetriebe um fast 90 Prozent zurückgegangen sei, so Greenpeace.

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