Glyphosat: Organisation fordert Vermarktungsverbot

Der Verein Inkota macht den Einsatz von Glyphosat und Paraquat für den Tod zehntausender Menschen in Zentralamerika verantwortlich.

Die Entwicklungsorganisation Inkota verlangt ein Vermarktungsverbot des Pflanzenschutz-Wirkstoffs Glyphosat und des Herbizids Paraquat. Sie fordert die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass europäische Konzerne wie Bayer-Monsanto und Syngenta Pestizide nicht länger im globalen Süden vermarkten dürfen. Inkota bezieht sich auf eine Studie, derzufolge ein Forscherteam den Tod zehntausender Menschen auf zentralamerikanischen Zuckerrohrplantagen mit dem Einsatz der Pestizide in Verbindung bringt.

Bauernorganisation: Hersteller von Glyphosat und Paraquat verantwortlich

„Diese Studie hat eine sehr große Relevanz“, sagt Ana Celia Tercero, Direktorin der Kleinbauernorganisation APADEIM aus Nicaragua. „Sie liefert wissenschaftlich fundierte Nachweise dafür, dass der Einsatz von Agrochemikalien auf den Zuckerrohrplantagen für den Tod tausender Arbeiterinnen und Arbeiter verantwortlich ist.“ In anderen Ländern seien die dort eingesetzten Pestizide längst verboten. „Die Forschungsergebnisse stärken die Betroffenen bei ihren Forderungen nach Schadensersatz. Sie bieten eine Grundlage, um die Unternehmen dazu zu zwingen, Verantwortung zu übernehmen.“ Laut Inkota beobachten Experten seit 20 Jahren eine auffällige Häufung von chronischem Nierenversagen in den zentralamerikanischen Zuckerrohrplantagen.

Inkota nimmt Bundesministerin Klöckner in die Pflicht

Inkota-Landwirtschaftsexpertin Lena Michelsen fordert die Politik zum Handeln auf: „Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass die europäischen Konzerne keine giftigen Pestizide mehr in Ländern des globalen Südens vermarkten dürfen. Auch die deutsche Landwirtschaftsministerin sollte bei der Glyphosat-Neubewertung in der Europäischen Union auf ein Verbot drängen, anstatt weiter auf ihren Kuschelkurs mit der Agrarindustrie zu setzen.“

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