Glyphosat: Einfacher Nachweis soll bald möglich sein

In einem Kooperationsprojekt wird ein Gerät entwickelt, das schnell die Menge von Glyphosat nachweisen kann. Ziel ist, die Diskussion auf eine sachliche Ebene zu heben.

Der Wirkstoff Glyphosat ist immer wieder in den Schlagzeilen. Einige Studien stufen das Herbizid als krebserregend ein, andere als “wahrscheinlich unbedenklich”. Doch wie bei anderen Wirkstoffen auch macht es die Menge aus. Wieviel Glyphosat wirklich zum Beispiel in einem Lebensmittel enthalten ist, soll künftig mithilfe eines kleinen Handgerätes unkompliziert messbar sein. Entwickelt wird dieses von Forschern der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden zusammen mit sächsischen Partnerunternehmen. Grundlage sind Forschungsergebnisse der Dresdner Anvajo GmbH, die Lösungen für die Labore entwickelt. Bislang kann die umstrittene Substanz nur in einem aufwendigen und teuren labordiagnostischen Verfahren nachgewiesen werden.

Gerät soll sachliche Diskussion um Glyphosat unterstützen

Die Kooperationspartner wollen mit der neuen Technologie dazu beitragen, durch preiswertes und lokales Monitoring den Zustand von Wasser und Lebensmitteln zu erfassen. Die Verunsicherung in der Gesellschaft soll verringert werden. Das Kooperationsprojekt, das  von der Umex GmbH Dresden geleitet wird, hat einen Gesamtumfang von 1,9 Millionen Euro. Gefördert wird es von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) mit Mitteln des Freistaates Sachsen und dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE).

Vielfältige Anwendungen sind vorgesehen

Geplant ist die Entwicklung von zwei Produktlinien für den Diagnostik- und Verbraucherbereich. Entstehen soll ein quantitatives Messsystem für Anwender aus den Gebieten der Überwachung von Lebensmitteln sowie öffentlichen Gewässerüberwachung und Wasserversorgung. Dazu zählen zum Beispiel Umweltlabore, Wasserwerke und Abwasserverbände. Außerdem wollen die Projektpartner ein qualitatives Messsystem für Einzelanwendungen entwickeln. Dieses soll im Handel, in der dezentralen Trinkwasserversorgung sowie in kleinen und mittleren Unternehmen der Getränkeindustrie zum Einsatz kommen. Auch die Anwendung in Einrichtungen des Gesundheitswesens ist angedacht..

Geplant ist, dass das Gerät etwa ab 2023 auf dem Markt ist und dann vorerst von Pilotkunden betrieben wird.

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