Getreide: Über Alternativen zum Beizen nachdenken

Das Beizen von Getreide gegen Krankheiten gilt als nicht unbedingt umweltfreundlich. Ein Pflanzenschutzexperte fasst eine Alternative ins Auge, an der schon seit einigen Jahren geforscht wird.

Der Pflanzenschutzexperte des Regierungspräsidiums Stuttgart, Dr. Friedrich Merz, weist in einem umfangreichen Papier auf die Notwendigkeit des Beizens von Getreide hin. Bei Sommergetreide sei vor allem die Bekämpfung der mit Samen übertragenen Krankheitserreger notwendig, so der Experte. Bei Wintergetreide ist laut dem Experten eine Dauerwirkung gegen vom Boden ausgehende Infektion nur bei einer frühen Aussaat notwendig.

Getreide physikalisch behandeln

Eine Alternative zur chemischen Saatgutbehandlung sei die Elektronenbeizung (E-Pura, E-Ventus), so Merz. In Versuchen erzielte dieses physikalische Verfahren zum Beispiel in der Sommergerste eine gute Wirkung gegen die Streifenkrankheit und die Netzfleckenkrankheit. Gegen Erreger, die in den Samen eindringen, wie etwa der Flugbrand biete es jedoch keinen ausreichenden Schutz, weiß der Experte.

Wie funktioniert die Elektronenbeizung?

Durch einen speziellen apparativen Aufbau wirken die Elektronen bei der Methode nur auf der Oberfläche und innerhalb der Samenschale. Die Keimfähigkeit des Saatgutes wird laut Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) dadurch nicht beeinträchtigt. Das FEP ist Teil eines Bündnisses, das sich mit der Weiterentwicklung der Methode beschäftigt. Da dem Verfahren natürlich keine Wirkstoffe zugrunde liegen, können Schädlinge auch keine Resistenten ausbilden.

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