Gentechnik: 75 Forschungsinstitute fordern Überarbeitung des EU-Gesetzes

Vor dem Hintergrund des Klimawandels fordern Wissenschaftler aus ganz Europa, die Gesetze der aus ihrer Sicht notwendigen Grünen Gentechnik anzupassen.

Im Juli hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Gentechnikgesetz durch ein Urteil verschärft. Demnach sind mit präzisen Mutagenese-Techniken hergestellte Sorten den gentechnisch veränderten Organismen gleichzustellen. Sogenannte Genscheren (Crispr) verursachen dabei Brüche im Erbgut. Wie Spiegel Online berichtet, fordern jetzt 75 Forschungseinrichtungen in ganz Europa die Lockerung der Gesetze für Gentechnik. In dem Positionspapier verweisen die Wissenschaftler auf die diesjährige Trockenheit und die Folgen des Klimawandels.

Mit Grüner Gentechnik Pflanzen an Klimawandel anpassen

Die Institute sehen in den Gesetzen negative Konsequenzen für die Landwirtschaft, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Darin fordern sie, das europäische Gentechnikrecht zu überarbeiten und bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen vom Gentechnikrecht auszunehmen. Die neuen Crispr-Methoden böten neue Möglichkeiten in der Pflanzenzüchtung, schnell auf eine sich verändernde und rauere Umwelt zu reagieren, zitiert Spiegel Online die Forschungsinstitute. Obst, Gemüse und Getreidesorten, deren Genetik verändert wurde, müssen in Europa strenge Sicherheitsprüfungen durchlaufen. Die derzeitigen Gesetze entsprächen einem “de-facto-Verbot”, so die Wissenschaftler in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Durch einen liberaleren Umgang mit Grüner Gentechnik könnte im Rahmen der Entwicklungshilfe auch die Hungersnot in anderen Kontinenten eingedämmt werden. Pflanzen können nicht nur dem Klima angepasst, sondern auch resistent gegen Schädlinge gemacht werden.

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