Gemüse und Fische: Was ist Aquaponik?

Ziel von Aquaponik ist die Umweltfreundlichkeit und die Einsparung von Ressourcen.

Die kombinierte Fisch- und Gemüsezucht ist ein viel diskutiertes Trendthema: Aquaponik! Wie realistisch die Idee ist, hat das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) bereits getestet. Das Fazit der Forscher nach der Analyse der Anlage der Müritzfischer in Waren an der Müritz: Aquaponik kann sich für Umwelt und Ertrag gleichermaßen lohnen – wenn sie auf Basis guter fachlicher Praxis betrieben wird und die Rahmenbedingungen stimmen.

Was ist Aquaponik?

Bei Aquaponik wird die Zucht von Wassertieren, wie Fische, Krebse oder Garnelen, mit der Zucht von Nutzpflanzen kombiniert. Dabei werden die Pflanzen von Bakterien aus den Exkrementen der Tiere gedüngt. Somit erfolgt der für die Pflanzenaufzucht nötige Nährstoffeintrag im Wesentlichen über das Fischfutter.

Es gibt eine Vielzahl von Aquaponik-Ansätzen, viele davon stammen aus dem Hobby-Bereich. Das vom IGB entwickelte Konzept beruht auf zwei Kreislaufanlagen, in denen getrennt Fisch und Pflanzen produziert werden. Software und Sensoren messen laufend die jeweiligen Werte und verschalten beide Kreisläufe bei Bedarf, um Synergieeffekte optimal zu nutzen.

Forscher analysierten Rentabilität

In Waren werden auf 540 Quadratmetern Fisch und Gemüse erzeugt. Auf Grundlage der realen Produktionsdaten eines Jahres führten die Forscher umfangreiche Analysen durch. Die Aquaponikanlage war in der Forschungsphase noch nicht profitabel, lieferte aber einen sehr umfangreichen und wertvollen Datensatz, auf dessen Basis zwei Szenarien für die Praxis entwickelt werden konnten. Ein Szenario zeigte, dass das Aquaponik-Konzept rentabel ist, wenn die Anlagen ausreichend groß dimensioniert werden. Auf dieser Grundlage entwickelten die Wissenschaftler einen Modellfall mit definierten wirtschaftlichen Schlüsselindikatoren, der Berechnungen für verschiedene Anlagengrößen möglich macht.

Haupthindernisse für die kommerzielle Aquaponik sind laut den IGB-Forschern die hohen Investitionskosten und in Deutschland die hohen Betriebskosten wie beispielsweise für Fischfutter, Arbeit und Energie. 

Weitere Informationen zur genauen Funktionsweise finden auf der Internetseite der Müritzfischer.

Foto: Hendrik Monsees/IGB

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