Geflügelkrankheit: Umfangreiches Online-Tool minimiert Geflügelpest-Risiko

Ein neues Online-Tool soll das Risiko von Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe, in Betrieben minimieren. Die Geflügelkrankheit hat vor zwei Jahren Millionenschäden verursacht.

Ein kostenloses Online-Tool hilft jetzt Geflügelhaltern, die Biosicherheit für ihren Betrieb, insbesondere das Geflügelpest-Risiko, bewerten zu lassen, die Gefahr der Geflügelkrankheit zu minimieren. Verwendet werden kann das digitale Werkzeug sowohl von Betrieben mit Hühnerhaltung als auch zum Beispiel mit Putenhaltung.

100 Fragen zur Abwendung der Geflügelkrankheit

Mithilfe der Geflügelpest-Risikoampel können Betriebe noch besser Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des eigenen Geflügelbestandes treffen, um so Seuchenzüge wie 2016 und 2017 zu vermeiden. Die fachliche Basis lieferten 19 Experten aus Wissenschaft, tierärztlicher und landwirtschaftlicher Praxis sowie Behördenvertreter aus ganz Deutschland.

Projektleiterin Dr. Barbara Grabkowsky erläuterte bei der Vorstellung die Funktionsweise: „Die Risikoampel beinhaltet 100 Fragen, die den Bereichen Sicherung des Betriebs, Sicherung des Stalls und Arbeitsabläufe zugeordnet sind“. Grabkowsky ist Geschäftsführerin der an der Uni Vechta angesiedelten Transformationsstelle agrar Niedersachsen. Über ein Multiple-Choice-System beantworten die Landwirte die Fragen. Das Tool bewertet, wie stark jeder Aspekt das Geflügelpest-Risiko verringert oder erhöht. Das Ergebnis ist ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis, das Auskunft über die erreichte Risikoklasse gibt.

Initiiert und entwickelt wurde das digitale Werkzeug von der Universität Vechta, dem Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverband (NGW), dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), der QS Fachgesellschaft Geflügel GmbH und dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).

Hohe Verluste vermeiden

Durch die Geflügelkrankheit entstanden 2016 und 2017 entlang der gesamten Wertschöpfungskette Kosten im zweistelligen Millionenbereich. „Die neue Biosicherheitsampel wird als eine Art Eigenkontrollsystem einen entscheidenden Beitrag zu optimierten Abläufen in Bezug auf die Biosicherheit leisten”, so ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke. Sie wirke permanent und in jedem Betrieb und sei damit viel effektiver, als jede behördliche Kontrolle. “Und die fordert zwei elementare Grundlagen für erfolgreiche Biosicherheit ein: Konsequenz und Disziplin”, mahnte Ripke.

Hier geht es zur Geflügelpest-Risikoampel.

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