Futtermittel: Steigen die Preise für Mischfutter?

Wegen der Ernteausfälle rechnet die ISN mit einem Anstieg der Preise für Futtermittel mit Getreideanteil.

Aufgrund der wegen Trockenheit schlechten Getreideernte suchen Hersteller händeringend nach verschiedenen Getreidearten zur Herstellung von Futtermittel. Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschland (ISN) mitteilt, sind vor allem an den sandigen Standorten im Norden und im Osten Einbußen von einem Drittel und mehr zu erwarten. Die Erträge schwanken von Betrieb zu Betrieb und von Fläche zu Fläche. Laut Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung machen in Deutschland die Getreidesorten Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Triticale und Mais etwa die Hälfte des Mischfutters aus.

Ungewisse Entwicklung der Preise für Futtermittel

Die Tages- und Kontraktpreise für Schweinemischfutter steigen aktuell deutlich. Welche Größenordnung das annimmt, bleibe abzuwarten, so die ISN. “Es gibt einfach zu viele unbekannte Variablen, um eine verlässliche Aussage zu treffen”, erklärt Hajo Wessels, Marktexperte bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die ISN geht davon aus, dass sich die Handelsströme und Herkünfte für Futtergetreide verschieben werden. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China könne eine Rolle spielen.

Experte wagt Prognose

Josef Bunge, Fütterungsberater bei der Landwirtschaftskammer NRW wagt in einem Interview mit dem Wochenblatt Westfalen-Lippe dennoch konkrete Prognosen. Er rechnet damit, dass Mäster mit getreidebetonten Rationen 6 Euro mehr pro Schwein ansetzen müssen. Sauenhalter, die mit einem Getreideanteil von rund 70 Prozent füttern, sollten sich Bunge zufolge auf Preissteigerungen im Bereich von etwa 25 Euro pro Sau einstellen. Die Mehrkosten für Ferkelfutter kalkuliert der Experte bei mittleren Fruchtbarkeitsleistungen mit 10 bis 12 Euro pro Sau.

Ernste Lage für Betriebe mit Schweinemast und Sauenhaltung

Trotz der gefallenen Sojaschrot-Notierungen und der derzeit niedrigen Mineralfutterpreise lasse die mittelfristige Entwicklung der Getreidepreise viel Platz für Spekulation, so die ISN. Der Verband spricht von einer ernsten Lage in vielen Betrieben mit der Produktion von Schweinfleisch. Das Hauptproblem ist die größer werdende Schere zwischen niedrigen Schweine- und Ferkelpreisen und den drohenden Kostensteigerungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.