Futtermittel: Forscher wollen Gelbe Lupine wiederbeleben

Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts arbeiten an einer züchterischen Verbesserung der Gelben Lupine. Sie könnte Soja im Futtermittel ablösen.

Bis Anfang der 1990er Jahre gehörte die Gelbe Lupine (Lupinus Luteus) auf den deutschen Äckern zum gewohnten Bild – bis der großflächige Anbau durch die Pilzkrankheit Anthraknose nahezu zum Erliegen kam. Das Julius Kühn-Institut begann im April im Rahmen des Projektes “InnoLuteus”, die Pflanze züchterisch zu verbessern, damit sie gegen den Pilz resistent ist. Unter anderem könnte die Gelbe Lupine als Eiweißlieferant im Futtermittel dienen. „Der Pilz befällt die Leitgefäße der Pflanze und unterbricht dadurch die Nährstoffversorgung. Die Pflanze stirbt ab, was zu einem totalen Ernteausfall führen kann“, erklärt Projektleiterin Dr. Brigitte Ruge-Wehling. Der Erreger befällt auch Samen und infiziert so das Saatgut.

Futtermittel und Lebensmittelproduktion

Vor allem ökologisch wirtschaftenden Landwirten könnte die Verbesserung zu Gute kommen, da diese kein Import-Soja an ihre Tiere verfüttern dürfen. Die Gelbe Lupine wäre eine Alternative als Eiweißquelle. Dabei zielen die Forscher nicht nur auf Anthraknoseresistenz, sondern auch auf eine Steigerung des Ertrags ab. Bei der Lupinus Luteus ist dieser geringer als bei anderen Lupinen-Arten. Aus Sicht des Naturschutzes bieten Lupinen auch reichlich Nahrung für Bienen und Hummeln.

Geringerer Düngerbedarf

Abgesehen von ihrer Anfälligkeit für Anthraknose verfügt die Gelbe Lupine über bemerkenswerte Eigenschaften. Sie hat einen höheren Proteingehalt als die Blaue und die Weiße Lupine, die ebenfalls in Deutschland angebaut werden. Als Leguminose bindet sie Luftstickstoff im Boden, was den Bedarf der Folgefrucht an Dünger verringert.

Ein weiteres Plus: Sie wächst auf mageren, sandigen Böden und zeigt eine hohe Trockentoleranz. „Selbst im Dürresommer 2018 stand sie auf unseren Versuchsfeldern wie eine Eins“, weiß Ruge-Wehling.

Das Projekt wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit rund einer Million Euro gefördert und soll bis März 2022 laufen.

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