Frankreich streicht Förderungen für Bio-Lebensmitteln

Frankreich verzeichnet kräftiges Umsatzplus bei Bio-Lebensmitteln – Landwirte sind trotzdem verunsichert.

Die französische Regierung will ab 2018 Bio-Landwirte nicht mehr fördern. Das berichtet das Internetportal „Euractiv“. Dies kann durchaus als positive Entwicklung für ökologisch arbeitende Agrarbetriebe gewertet werden. Denn der Grund für die Abschaffung der Subventionen ist, dass in Frankreich Bio kein Nischenmarkt mehr ist. Der Anteil der französischen Ackerflächen, die ökologisch betrieben werden, liegt inzwischen bei über 7 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 4 Prozent. Das große Interesse der Franzosen an ökologisch produzierten Lebensmitteln zeigen aber die aktuellen Umsatzzahlen. Während die deutschen Vertriebskanäle 2016 ein Umsatzplus von knapp 10 Prozent verzeichneten, waren es in Frankreich laut der halbstaatlichen Bio-Agentur „Agence Bio“ über 20 Prozent.

Landwirte trotzdem unsicher

Trotz der positiven Entwicklung des französischen Bio-Marktes herrscht Unsicherheit unter den Landwirten. „Euractiv“ zitiert Rémy Fabre, Vizepräsident des Landwirtschaftsverbands im südfranzösischen Département Ardèche: „Die Nachfrage für Bio-Produkte ist groß – da müssen sich die Bauern keine Sorgen machen.“ Er sieht das Problem auf der technischen Seite, wie auch Philippe Mauguin, Geschäftsführer des französischen Instituts für Agrarwissenschaften. „„Eine Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln um 10-20 Prozent ist für die meisten Landwirte machbar. Aber wenn die Auflagen noch schärfer werden, brauchen sie zusätzliche Unterstützung und Trainings.“, gibt Mauguin zu bedenken.

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