Forscher empfehlen Gen-Schere für Ökolandbau

Forscher sehen die “Farm-to-Fork”-Strategie der EU in der jetzigen Form nicht nachhaltig genug. Gentechnik könnte helfen.

Vergangenes Jahr hat die EU-Kommission die sogenannte „Farm-to-Fork“-Strategie vorgelegt, die Teil des „European Green Deal“ ist. Ziel ist, die europäische Landwirtschaft und das Ernährungssystem nachhaltiger zu gestalten. Insbesondere soll der Anteil des ökologischen Landbaus an der Agrarwirtschaft innerhalb der EU bis 2030 auf 25 Prozent erhöht werden. Forscher, unter anderem der Universitäten Bayreuth und Göttingen, gehen aber in einer Studie davon aus, dass diese Steigerung keineswegs mehr Nachhaltigkeit bringt.

Forscher empfehlen Gen-Schere für Ökolandbau

Das Forschungsteam kommt in ihrer Studie zu dem Schluss: Für mehr Nachhaltigkeit auf globaler Ebene sollte die EU-Gesetzgebung geändert und der Einsatz der Gen-Schere im Ökolandbau erlaubt werden. „Den Ökolandbau unter den gegenwärtigen rechtlichen Beschränkungen der Biotechnologie weiter auszudehnen, könnte leicht zu weniger statt zu mehr Nachhaltigkeit führen. Dabei bietet gerade die Gen-Schere vielversprechende Potenziale für eine nachhaltige Agrarwirtschaft“, so Erstautor Kai Purnhagen.

Ökolandbau braucht mehr Flächen

Der Ökolandbau setzt auf mehr Diversität und verbietet den Einsatz chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass der Ökolandbau aber auch weniger Ertrag liefert als der konventionelle Anbau. Folglich werden für die Produktion der gleichen Menge hochwertiger Lebensmittel mehr Flächen benötigt.

„Da die weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln steigt, würde mehr Ökolandbau in der EU zu einer Ausdehnung der Ackerfläche anderswo in der Welt führen. Dadurch könnten leicht Umweltkosten entstehen, die den lokalen Umweltnutzen in der EU übersteigen“, so Koautor Matin Qaim. Denn die Umwandlung von Naturflächen in Ackerland sei einer der größten Treiber des globalen Klimawandels und Artenschwunds, gibt Qaim zu bedenken. Unter der Ausbreitung von Agrarflächen leidet wiederum die Artenvielfalt. Deshalb könnte laut der Forscher die Lösung eine Kombination aus Ökolandbau und neuen biotechnologischen Verfahren sein.

Foto: analogicus/pixabay.com (Symbolbild)

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