Foodwatch wirft Minister Schmidt Irreführung der Verbraucher vor

Der Verein wirft Schmidt „irreführende Werbung“ und Steuerverschwendung vor.

Der Verein Foodwatch wirft Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vor, mit der jüngsten Anzeigenkampagne zum Tierwohl-Siegel die Verbraucher in die Irre zu führen. Die „Lebensmittelwächter“ kritisieren vor allem, dass Schmidt „politische Erfolge, die es gar nicht gebe“, präsentiert. Foodwatch: „Falsche Werbeaussagen auf Kosten der Steuerzahler“, „Eigenwerbung des Ministeriums für 271.000 Euro“, „Reklamiert wurden politische Erfolge, die es noch gar nicht gibt“.

Auf den Anzeigen des Bundeslandwirtschaftsministerium ist zu lesen: „Geschafft! Mit unserer Initiative ,Eine Frage der Haltung’ und unserem Tierwohllabel verbessern wir die Lebensbedingungen von Nutztieren“.

Das Label gebe es noch gar nicht, so Foodwatch. Es könne schon allein deshalb noch keinem einzigen Tier zu mehr Wohlergehen verholfen haben, weil es frühestens 2018 eingeführt werden solle. „Zum Zeitpunkt der Anzeigenkampagne existierten noch nicht einmal Kriterien für die Vergabe des Siegels.“, weiß der Verein.

Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker: „Eigenlob stinkt bekanntlich, und im Bundeslandwirtschaftsministerium riecht es ganz besonders streng. Hier wurden Steuergelder missbraucht und die Realität zurechtgebogen, um sich selbst in ein besonders strahlendes Licht zu rücken.“

Kritik an Tierwohlsiegel

Foodwatch kritisiert nicht nur die Kampagne, sondern auch das Tierwohlsiegel grundsätzlich: „Die Kriterien sind zu lasch und bieten keine Garantie, dass Produkte ausschließlich von gesund gehaltenen Tieren stammen.“. Hinzu komme laut Foodwatch: Selbst der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeslandwirtschaftsministerium erwarte für das rein freiwillige Label einen Marktanteil von maximal 20 Prozent. Im Umkehrschluss bedeute das, dass die Bundesregierung für 80 Prozent der Nutztiere weiterhin vermeidbare Krankheiten, Schmerzen und Leiden dulde.

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Das Bundeslandwirtschaftsministerium weist die Vorwürfe zurück. Die Behauptungen von Foodwach entbehrten jeglicher Grundlage, so das Ministerium gegenüber dem Magazin „top agrar“. „Im Vorfeld der Grünen Woche 2017 wurden mit Hilfe der Anzeigenschaltungen die Kernvorhaben des BMEL und deren Ziele und Fortschritte transparent gemacht.“, heißt es aus dem Ministerium.

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