Fleisch: Schweinepest beschert Verarbeitern Rekordumsatz

Laut Statistischem Bundesamt erzielten die deutschen Schlachterei- und Fleischverarbeitungsbetriebe dank China-Exporten von Schweinefleisch im März einen absoluten Umsatzrekord.

Die 563 Schlachterei- und Fleischverarbeitungsgewerbe mit jeweils 50 oder mehr Beschäftigten erwirtschafteten von Januar bis April 2020 um 14,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres – 14,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 12,3 Milliarden Euro. Den absoluten Rekordumsatz erzielte die Branche allerdings im März dieses Jahres: 3,9 Milliarden Euro, der höchste Monatswert seit Bestehen der Erhebung. 

Nachfrage aus China verantwortlich für Umsatzrekord 

Die Zahlen betreffen alle Fleischarten. Ausschlaggebend für den Erfolg ist aber die verstärkte Nachfrage nach deutschem Schweinefleisch aus China. Dort grassiert seit Längerem die Afrikanische Schweinepest. Sie breitet sich seit August 2018 in China aus. Der Virus gilt zwar als ungefährlich für Menschen und andere Tiere, hat aber die Bestände an Schweinen dort drastisch reduziert. Die Nachfrage auf dem Weltmarkt wurde erhöht. 

Preise für Fleisch wegen Corona wieder gesunken

Die hohe Nachfrage aus China und die daraus resultierende Angebotsverknappung hatte im Jahr 2019 einen preistreibenden Effekt. Dies hatte nicht nur Auswirkungen auf die Erzeugerpreise, Einfuhr- und Ausfuhrpreise, sondern macht sich auch im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar. Die Erzeugerpreise für Schweinefleisch lagen im Dezember 2019 um 41,5 Prozent über dem Stand von Dezember 2018. Die Einfuhrpreise waren um 46 Prozent höher, die Ausfuhrpreise um 37,1 Prozent. Wegen Corona sind die Preise allerdings ab April 2020 wieder gesunken. Die Ursache liegt unter anderem bei den vorübergehend geschlossenen Restaurants. 

Foto: RitaE/pixabay.com (Symbolbild)

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