Ferkelkastration: Bundesrat kippt Fristverschiebung

Der Bundestag hat den von Niedersachsen eingebrachten Antrag auf Fristverlängerung abgelehnt. Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration gilt ab 1. Januar 2019.

Der Bundesrat hat gegen eine Fristverlängerung bei der Ferkelkastration gestimmt. Das heißt, dass ab 1. Januar männliche Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden. Die Mitglieder stimmten somit mehrheitlich gegen einen Antrag Niedersachsens. Das Landwirtschaftsministerium wollte erreichen, dass das Tierschutzgesetz für eine Übergangsfrist von zwei Jahren geändert wird und der Gesetzentwurf im Deutschen Bundestag eingebracht wird. Für Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast ist das “ein harter Schlag für alle Sauenhalter in Deutschland”. Die Politikerin kommentierte: “Wer Tierschutz will, muss regionale Sauenhalter stärken”.

Keine Zeit für Studien zur Ferkelkastration

“Jedem muss klar sein, dass wir nicht nur über die Ferkelerzeugung abstimmen, sondern über die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland entscheiden”, hatte Otte-Kinast schon im Vorfeld betont. Eine befristete Übergangsregelung sei notwendig, um die Ergebnisse der derzeit laufenden Studien auszuwerten und in die Praxis umzusetzen. “Auch die Möglichkeit des sogenannten vierten Weges soll weiter geprüft werden”, fasste die Ministerin die Situation zusammen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus und Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens sprachen sich für eine Fristverlängerung aus.

In Dänemark erlaubt

Nach der Rechtslage dürfen nur Tierärzte die Betäubung durchführen, was mit höheren Kosten verbunden ist. Das Verbot der betäubungslosen Kastration ist bereits 2013 beschlossen worden. Tierschützer kritisieren, dass die Landwirtschaft genug Zeit gehabt hat, um nach Alternativen zu suchen. In Dänemark dürfen Sauenhalter selbst die Betäubung mit Spritzen durchführen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.