Fastenzeit nicht für vegane Interessen instrumentalisieren

Bauernverband warnt davor, die christliche Tradition für politische Zwecke zu missbrauchen.

Seit Aschermittwoch wird wieder die jährliche Fastenzeit begangen. Praktizierende Christen versuchen, sich in Verzicht zu üben. Das ist Religion. PETA etwa lädt ein, „tierleidfrei“ zu fasten – Instrumentalisierung eines christlichen Rituals. Auch Fleischkonsum als „Klimakiller“ ist jährlich ein Thema.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnt davor, die Fastenzeit politisch zu instrumentalisieren und vor einer Neuauflage der Veggie-Day-Debatte. Umweltverbände und Politiker der Grünen sollten den Verbrauchern nicht vorgaukeln, mit dem Fasten und dem Verzicht auf Fleisch könne das Klima gerettet werden.“, so der DBV.

Umweltorganisationen und Politik fordert der Bauernverband dazu auf, sich in ihrer Verantwortung den wahren Gründen der Erderwärmung konsequenter anzunehmen, anstatt die Verbraucher zur Fastenzeit zum Fleischverzicht aus Klimaschutzgründen aufzufordern. Hierzu zählten vor allem die energiebedingten Emissionen.

Ein 2-Personen-Haushalt erzeuge durchschnittliche 21,34 t CO2-Äquivalent an Klimagasen. Bei einem ganzjährigen Verzicht auf Fleisch spare dieser Haushalt im Vergleich zur Ernährung mit Mischkost lediglich 3,5 Prozent CO2 (0,75 t CO2) ein, rechnet der DBV vor. Dass der Klimaschutz-Beitrag einer fleischlosen Ernährung nicht überschätzt werden solle, mache auch ein Vergleich zu einer Flugreise deutlich: Ein Trip von Berlin nach Mallorca zu zweit verursache 1,92 t CO2 und schlage damit mehr als doppelt so stark zu Buche wie der Unterschied zwischen Mischkost und vegetarischer Ernährung.

Die deutsche Landwirtschaft konnte trotz Produktivitätssteigerung ihre Emissionen an klimaschädlichen Gasen seit 1990 um 15 Prozent verringern.

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