EU-Schlachttransporte in Drittländer unter katastrophalen Umständen

Der Transport von Schlachtrindern in die Türkei und in den Nahen Osten sind alles, nur nicht tierschutzkonform.

Das ZDF hat in der Dokumentantionsreihe „37 Grad“ Ende November über Transporte von Schlachtvieh aus der EU in die Türkei und in den Nahen Osten berichtet. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) hat darauf in einer Stellungnahme reagiert. Der Verband fordert ein Ende des Transports von Schlachttieren aus der EU in diese Drittländer. Für „Geheimsache Tiertransporte – Wenn Gesetze nicht schützen“ dokumentierte das ZDF die unhaltbaren Zustände auf Transportschiffen und LKW.

„Die verstörenden Bilder zeigen, dass Tierwohlaspekte bei Schlachtviehexporten aus der EU trotz klarer EU-Regelungen offenbar kaum noch eine Rolle spielen, sobald die Tiere die EU-Außengrenzen erreichen“, so WLV-Präsident Johannes Röring.. Er appelliert an die Politik, den Bund und die Europäische Union, gesetzliche Regelungen zu schaffen, die den Transport von Schlachttieren nach Drittländern gänzlich verbieten.

Rechtsvorschriften und Leitbild werden ignoriert

Der Transport von Schlachtrindern aus der EU ist durch umfangreiche Rechtsvorschriften zum Schutz der Tiere geregelt. So darf eine Tierbeförderung nicht durchgeführt werden, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötiges Leiden zugefügt werden. Tiere dürfen nur transportiert werden, wenn sie im Hinblick auf die geplante Beförderung transportfähig sind. Darüber hinaus haben auf europäischer Ebene Organisationen aus der Land- und Tierärzteschaft, der Viehhandelsverbänden und der Schlachtunternehmen vor Jahren Leitlinien ausgearbeitet. Diese ergänzen die europäischen Rechtsvorschriften. Darin werden unter anderem Indikatoren festgehalten, die zur Einschätzung dienen, ob ein Tier grundsätzlich transportfähig ist. Im Jahr 2016 hat Deutschland etwa 400 Schlachtrinder in Staaten außerhalb der EU exportiert.

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