EU-Gedanke fehlt auch bei landwirtschaftlichen Problemen

Nicht nur bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise merkt man von einer europäischen „Union“ nichts. Auch beim gemeinsamen Meistern der massiven Probleme im Agrarsektor scheint es keinen Zusammenhalt zu geben.

Die europäischen Bauernverbände Copa und Cogeca kritisieren die Untätigkeit der EU-Mitgliedsstaaten bei der Erhöhung des Referenzpreises für Milch und der Entschärfung der desaströsen Lage im Schweinefleisch-, Rindfleisch sowie Obst- und Gemüsesektor.

„Die luxemburgische Ratspräsidentschaft kündigte an, dass unter den Delegationen im EU-Rat Interesse an einer möglichen Anhebung des EU-Milchinterventionspreises besteht, doch nichts ist geschehen. Eine Anhebung ist von zentraler Bedeutung, um eine Untergrenze im Markt zu schaffen und den Abwärtsdruck auf die Preise zu stoppen, die bereits auf ein unerträglich niedriges Niveau gesunken sind.“, so Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen. Auch die Exportkreditversicherungen seien mit keinem Wort erwähnt worden, kritisiert Pesonen weiter.

In vielen Ländern liegen die Preise unter den Produktionskosten und die Einkommen der Landwirte bei weniger als der Hälfte des Durchschnitts, was einige Erzeuger zur Betriebsaufgabe zwingt. Es müsse gehandelt werden, um diese dramatische Situation zu entschärfen, fordert die Copa-Cogeca und beruft sich dabei auch auf einen aktuellen Bericht der FAO, demzufolge die Weltpreise im August den stärksten Einbruch seit sieben Jahren erfahren haben.

Positiv an der derzeitigen Entwicklung sehen die europäischen Bauernverbände, dass die Landwirte Hilfe bei der Erschließung neuer Märkte bekommen und die EU die entsprechenden Maßnahmen beschleunigen will.

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