Ernährungsstudien: Warum sie oft nicht miteinander vergleichbar sind

Der Lebensmittelverband Deutschland hat sich dem Thema Ernährungsstudien angenommen und erklärt, wie sie funktionieren.

Fast wöchentlich erscheinen neue Studien zu Ernährung und Lebensmitteln. Ernährungsstudien sind aber oft nicht unmittelbar vergleichbar. Darauf weist der Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel (AK NEM) im Lebensmittelverband Deutschland hin. Er klärt in der ersten Ausgabe seines neuen Newsletters „FOKUS Wissenschaft“ auf, welche Studientypen es überhaupt gibt und welche Aussagen anhand ihrer Ergebnisse getroffen werden können.

Ernährungsstudien erzeugen oft Mythen

„In der breiten Öffentlichkeit kursieren viele Mythen rund um das Thema Ernährung. Diese kommen auch dadurch zustande, dass Studie gleich Studie behandelt wird und Ergebnisse falsch interpretiert werden“, so Antje Preußker, wissenschaftliche Leiterin im Lebensmittelverband. Dabei besteht ein erheblicher Unterschied, ob beispielsweise Kausalitäten oder Korrelationen abgebildet werden oder ob es sich um eine verbindende Studie handelt oder nicht

Arten von Studien
  • Deskriptive Beobachtungsstudien: Dabei werden zum Beispiel Gesundheitsdaten, der Lebensstil oder andere Faktoren der Probanden abgefragt. Ein typisches Beispiel sind Fallbeschreibungen. Werden verschiedene Parameter erhoben, können diese als Korrelation miteinander in Beziehung gebracht werden. Das lässt aber keine kausalen Aussagen zu.
  • Analytische Beobachtungsstudien: Beobachtungsstudien können durch Informationen aus der Vergangenheit auf zukünftige Entwicklungen schließen. Von Interesse sind die Häufigkeiten bestimmter Erkrankungen in bestimmten Personengruppen. Je länger die Beobachtungsdauer ist, desto größer sind die Unterschiede. Die Fall-Kontroll-Studien verfolgen einen anderen Ansatz. Bei diesen Studien werden Personen mit und ohne Erkrankung nach Lebensstilfaktoren in der Vergangenheit befragt. 
  • Interventionsstudien: Bei einer solchen Studie erfahren zufällig zugeordnete Probanden entweder eine Kontrollbehandlung – meist ein Placebo – oder eine untersuchende Behandlung. Auch beides ist möglich. Damit lässt sich die Wirkung einzelner Nahrungsmittelkomponenten auf die Gesundheit untersuchen. Ein Merkmal für die Qualität einer klinischen Studie kann sein, an wie vielen Standorten, Studienzentren oder Kliniken sie durchgeführt wurde.
  • Reviews und Meta-Analysen: Auf der Suche nach Antworten zu einer bestimmten Forschungsfrage sollten immer mehrere Studien unterschiedlichen Typs betrachtet werden. Auch ein plausibler ernährungspsychologischer oder biochemischer Ansatz sollte vorhanden sein.

Alle weiteren Informationen zu Studien und deren Bewertung finden Sie im Newsletter „FOCUS Wissenschaft“ des Lebensmittelverbandes Deutschland.

Foto: Goumbik/pixabay.com (Symbolbild)

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