Erlösen kranker Schweine: Hilfestellung bei Entscheidung 

Ob ein krankes oder verletztes Schwein erlöst oder weiterhin behandelt werden soll, oft eine schwierige Entscheidung. Ein neues Schulungsmaterial hilft dabei.

Schweinehalter bekommen ab sofort eine Hilfestellung bei der Entscheidung, wann ein Erlösen eines Tieres unausweichlich ist. Das Schulungsmaterial ist das Ergebnis eines Projektes für den korrekten Umgang mit schwer erkrankten und verletzten Schweinen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Erlösen oder weiterbehandeln?

Auslöser für das Projekt waren Untersuchungen in Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte. Diese haben gezeigt, dass ein Teil der angelieferten Schweine tierschutzrelevante Befunde aufweist. Zu den Mängeln, die im Umgang mit kranken und verletzten Schweinen regelmäßig festgestellt werden, gehört die zu späte oder unterlassene Tötung von schwer und unheilbar erkrankten Tieren. Genau dort setzt das Schulungsmaterial an. Denn für Tierhalter ist es oft schwierig, zu beurteilen, ob bei einem erkrankten oder verletzten Tier ein weiterer Behandlungsversuch sinnvoll ist oder ob es erlöst werden soll.

Betriebe stellten Schweine für die Untersuchung bereit

An dem Projekt nahmen insgesamt 42 Betriebe teil, die 316 Tiere für die Untersuchung zur Verfügung stellten. Bei den Schweinen erfolgten klinische Untersuchungen zur Erhebung der Krankheitssymptome und Untersuchungen der strukturellen Veränderungen der Organe und Gewebe. Die Befunde wurden dokumentiert und Foto- sowie Videomaterial erstellt. Nach einer Bewertung durch 26 Experten mit ausgewiesenen Fachkenntnissen aus verschiedenen Bereichen der Tiermedizin und Landwirtschaft erfolgte die Auswertung. 

Das Schulungsmaterial kann kostenlos auf der Internetseite des niedersächsischen Landwirtschaftsministerium als Powerpoint-Präsentation geladen werden.

Foto: Mark Stebnicki/pexels.com (Symbolbild)

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