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Eigenleistung statt Fremdfirmen

Torsten Zahn hält nicht viel davon, andere die Arbeit machen zu lassen. Der Geschäftsführer der Agrargesellschaft Kandelin übernahm den Betrieb nach einem Agraringenieurs-Studium 2003 von seinem Vater und hat seit dem einen gradlinigen Erneuerungskurs eingeschlagen. Ställe wurden modernisiert, neue Technik eingekauft und in Biogasanlagen investiert. Inzwischen ist der Betrieb nicht nur optisch in einem guten Zustand – auch die finanzielle Situation hat sich verbessert. Dabei wurden die meisten Projekte in kürzester Zeit und in Eigenleistung umgesetzt – von Zahn und den Mitarbeitern der Agrargesellschaft. Ein Rückblick auf die vergangenen sieben Jahre.

„2003 hatten wir zum großen Teil veraltete, kleine Technik im Betrieb“, erinnert sich Torsten Zahn. „Es gab in den Jahren davor wenig Investitionen.“ Als erstes nach seinem Einstieg machte er sich an eine Analyse „Was ist da? – Was brauchen wir?“ Dann wurde der Betrieb auf das reduziert, was wirklich notwendig war. Ein Standort wurde geschlossen, unsinnige Immobilien wurden nach Möglichkeit verkauft oder sogar verschenkt. Das große Aufräumen begann.
Ende 2003 und Anfang 2004 baute die Agrargesellschaft einen Sauenstall wieder auf, der 2002 abgebrannt war. „Ich habe immer auf sinnvolle Eigenleistung gesetzt“, erklärt Zahn. „Der neue Stall war dafür die Generalprobe: Klappt es, oder müssen wir Fremdfirmen holen?“ Und es klappte: Die eigenen Männer kümmerten sich nun nicht mehr nur um die Felder und Tiere – sondern rissen ab und bauten auf. Egal ob es sich um ein neues Melkhaus, das Bauen von Ställen, Fahrsilos und ähnliches oder das Anlegen von Außenanlagen handelt. „In der Summe können wir alles“, sagt der 45-Jährige. Nur für die Bauleitung wurden Fachleute hinzugezogen.

Bis heute gab es zahlreiche weitere Bauprojekte und Umstrukturierungen in der Agrargesellschaft. Die Kühe des Betriebs wurden Ende 2005 am Standort Neuendorf zusammengefasst. Das neue Melkhaus wurde mit amerikanischer Melktechnik ausgerüstet. „Man kann auf einem großen Betrieb keine billige Technik haben, die wird auf Dauer zu teuer“, sagt Torsten Zahn dazu. Heute stehen in dem Betrieb auf dem Standort Neuendorf 850 Milchkühe mit einer Durchschnittsleistung von 9700 Kg.

Die Rinderaufzucht und die Bullenmast des Betriebes befinden sich auf dem Standort Kandelin. Der komplette Standort mit den dazugehörigen 5 Ställen wurde 2005 bis 2008 saniert. In der Summe war das ein Kraftakt, der finanziell und zeitlich fast unmöglich war. Und es soll nach Zahns Auskunft so weiter gehen: Ein neuer Kuhstall für 300 Tiere ist geplant, die dritte Biogasanlage ist im Bau, die vierte in Vorbereitung.

Seit 2007 investiert Torsten Zahn in diesen neuen Geschäftsbereich: Biogas. Zwei Biogasanlagen a 500 Kilowatt entstanden in dem Jahr. Mit dem Betriebsergebnis der Biogas-Anlagen ist er sehr zufrieden. »Die sehr hohen Auslastungen sind der Grund dafür«, sagt Torsten Zahn. „Weil wir die Biogasanlagen an unseren verschiedenen Standorten haben, sind die Transportwege für Silage und Gülle kurz.“ Es gäbe zudem nur wenig technische Probleme, weil man sich vor dem Kauf intensiv mit der von den Firmen angebotenen Technik befasst hat. Die Leiter der Anlagen waren aktiv in die Kaufentscheidung einbezogen, bauten ihre Anlagen danach selbst mit auf und nehmen seit dem die Verantwortung für „ihre“ Anlage bewusst wahr. Außerdem können sie bei Problemen oder Fehlermeldungen schnell vor Ort sein: Die Mitarbeiter wohnen höchstens 500 Meter von „ihrer“ Biogsanlage entfernt.

Weitere Informationen über den Betrieb finden Sie unter: http://www.agrarkandelin.de

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