Agrarwetter: Durch lokale Wettermessung Verluste beim Düngen reduzieren

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) forscht mit der gruuna-Wetterstation an der Effizienz beim Einsatz von Harnstoffdünger. Das Agrarwetter spielt für den Umweltschutz eine große Rolle.

Landwirte sehen sich der Kritik ausgesetzt, beim Pflanzenschutz aber auch beim Ausbringen von stickstoffhaltigen Düngemitteln nicht auf die Umwelt zu achten. Auch zu viel Harnstoffdünger würde ausgebracht werden. Seit 1990 konnte die Emission an Treibhausgasen jedoch um 15 Prozent gesenkt werden. Kritiker übersehen auch, dass Agrarwissenschaftler ständig forschen, um die Landwirtschaft noch umweltverträglicher zu machen.

Im Rahmen des Projektes StaPlaRes (N-Stabilisierung und wurzelnahe Platzierung als innovative Technologien zur Optimierung der Ressourceneffizienz bei der Harnstoff-Düngung) forschen mehrere Projektpartner an Möglichkeiten, Harnstoffdünger noch effizienter einzusetzen.

Da für die Reduzierung des Düngeverlustes genaue Wetterdaten eine große Rolle spielen, ist auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) beteiligt. „Es geht bei dem Projekt darum, die Düngung so zu optimieren, dass Verluste von Stickstoff in Form von Lachgas und Ammoniak in die Atmosphäre auf ein Minimum reduziert werden“, erklärt DWD-Agrarmeteorologe Falk Böttcher. Die aktuelle Wettersituation spielt auch eine Rolle, wenn es um die Auswaschung des durchwurzelten Bereiches der Pflanze ins Grundwasser geht. „Der Dünger wird der Pflanze ,mundgerecht’ zur Verfügung gestellt“, zieht der Wetterexperte einen Vergleich.

Wetterdaten mit Precision Farming direkt am Pflanzenbestand messen

Für die Erhebung der Daten nutzt der DWD an drei Standorten die von gruuna angebotene Wetterstation. Die Tochter der Chemnitzer gvf VersicherungsMaklerAG ist nicht nur eine Handelsplattform für Agrarprodukte, sondern entwickelt für die gvf auch IT-basierte Lösungen für Precision Farming. „Wir brauchen Wetterdaten, die direkt am Bestand erhoben werden, um die Entgasungsbedingungen der luftflüchtigen Gase einschätzen zu können.“, so Böttcher. Und das sei mit diesen Stationen möglich.

„Sie haben den Vorteil, dass sie autark sind, sowohl was die Datenströme angeht als auch die Stromversorgung.“, sagt Böttcher. „Da müssen nicht zuerst Strom- und Datenübermittlungskabel gelegt werden.“, so der Experte. „Man stellt die Stationen auf dem Bestand auf und bei guter Einrichtung – dafür sorgt gruuna – können sie relativ zügig die Daten zur Verfügung stellen.“, erklärt der Meteorologe. Den Landwirten wird so ein internetbasiertes Beratungswerkzeug an die Hand gegeben, das die Daten direkt am Pflanzenbestand erhebt.

Die StaPlaRes-Projektleitung liegt bei den SKW Stickstoffwerken Piesteritz. Verbundpartner ist neben dem Deutschen Wetterdienst auch die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen (BfUL).

Weitere Informationen zur gruuna-Wetterstation für die Landwirtschaft erhalten Sie hier. 

 

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