Dürre 2019? Sachsen-Anhalts Agrarministerin lehnt schon jetzt Hilfe ab

Meteorologen rechnen mit einem ähnlich heißen Sommer wie im Vorjahr. Weitere Schäden durch Dürre drohen. Sachsen-Anhalts Agrarministerin Dalbert lehnt schon jetzt weitere Hilfen ab.

Nach der Trockenheit im vergangenen Jahr, müssen die Landwirte noch immer mit den finanziellen Folgen der Dürre kämpfen. Langfristige Prognosen sind schwierig, doch Meteorologen warnen, dass man dieses Jahr erneut mit einem ähnlich heißen Sommer rechnen muss. Sachsen-Anhalts Landwirte wären besonders betroffen.

Agrarministerin: Betriebe müssen sich an Dürre anpassen

Sachsen-Anhalts Agrarministerin Claudia Dalbert (Grüne) lehnt jetzt schon weitere Hilfen ab, auch wenn dieses Jahr Dürreschäden folgen. Sie beruft sich darauf, dass das der Bund das so kommuniziert habe und sagte in einem Interview mit der “Volksstimme”: „Ich bin besorgt. Wenn wir uns die augenblickliche Wettersituation anschauen, vor allem die Bodenfeuchte, sind wir in einer ausgesprochen kritischen Situation.” Insgesamt gesehen werde es ein schwieriges Jahr für die Landwirtschaft. Jetzt müsse für jeden klar sein, dass sich jeder Betrieb an die Klimafolgen wie veränderte Vegetationsperioden, Dürre und Starkregen anpassen müsse.

Parteiübergreifende Kritik an Dalberts Aussage

Dalberts Ablehnung stößt auf heftige Kritik. Sachsen Anhalts Bauernpräsident Jochen Dettmer sagte der “Volksstimme”: „Das entscheidet die Ministerin nicht im Alleingang. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Dettmer setzt auf das Kabinett und den Landtag. Bei einer weiteren Wetterkatastrophe könne das Land die Landwirte nicht allein lassen.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer zeigt wenig Verständnis für Dalberts Einstellung. „Eine solche Aussage kann man momentan so verbindlich noch gar nicht treffen“, zitiert die Zeitung den Politiker. Auch Linke-Fraktionschef hält finanzielle Unterstützung der EU, des Bundes und des Landes für unverzichtbar. Es sei ein falsches Signal die die Land- und Forstwirte, schon jetzt derartige Hilfen auszuschließen.

Schlechteste Getreideernte seit 24 Jahren

Deutschland verzeichnete 2018 die schlechteste Getreideernte seit 24 Jahren. Das ergab die erste europäische Getreideerntemarkt-Analyse der Länder Deutschland, Österreich und Frankreich. Während aufgrund der langanhaltenden Trockenheit alle drei Länder eine geringere Getreideernte verzeichneten, hat insbesondere Deutschland mit insgesamt 36,8 Millionen Tonnen die schlechteste Ernte seit 24 Jahren erlebt.

Mit CYA-App Ernteertrag analysieren

Um das Risiko durch Einflüsse des Wetters zu bewerten, steht Landwirten die CYA-App zur Verfügung. Sie wurde von der Chemnitzer CYA GmbH entwickelt. Das Kürzel CYA steht für “Crop Yield Analysis” (dt. Ertragsanalyse).

Die mobile Anwendung übermittelt die Ertragsdaten an den CYA-Server. Dort werden die aktuellen Daten vom eigenen Bestand und die Daten aus der Wetterhistorie zusammengeführt und analysiert. Aus vielen möglichen Wettergefahren ermittelt das System die Gefahr mit dem größten Einfluss auf die Ernte. Mit der App haben Landwirte die Berechnungen des CYA-Servers jederzeit und an jedem Ort im Blick.

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