Düngeprodukte: Änderungen für Hersteller und Landwirte

Mit der neuen EU-Düngeprodukte-Verordnung kommen große Veränderungen auf Landwirte, Hersteller und Behörden zu.

Seit 15. Juli ist die neue EU-Düngeprodukte-Verordnung in Kraft. Für Anwender und Produzenten bedeutet das große Veränderungen. Wie der Industrieverband Agrar (IVA) mitteilt, wird das vertraute System der Düngemitteltypen abgeschafft. Es wird durch die CE-Kennzeichnung für Produktfunktionskategorien (PFC) ersetzt. Des weiteren stellt die neue Verordnung den Kreislaufgedanken in den Vordergrund und wird erstmals auch organische und organisch-mineralische Düngemittel europarechtlich regeln. Zudem werden auch im EU-Recht einheitliche Grenzwerte für Schwermetalle und andere Schadstoffe eingeführt.

Landwirte müssen sich an neue Düngeprodukte gewöhnen

„Die Anwender, vor allem die Landwirte, müssen sich an zahlreiche neue Bezeichnungen und neuartige Produkte gewöhnen“, erläutert IVA-Experte Dr. Sven Hartmann. Die völlige Abkehr vom bewährten Typensystem sowie umfangreiche neue Vorschriften bei Kennzeichnung, Toleranzen und Produktzulassung bedeuten Kraftanstrengungen für die Hersteller, den Handel und Behörden.

Drei Jahre Übergangszeit

Die Verordnung sieht eine dreijährige Übergangszeit vor, um die neuen Vorschriften umzusetzen und alle notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. So müssen Standards und Analysemethoden für viele Produkte noch geprüft werden. Gleichzeitig muss die EU-Kommission noch Leitlinien für die Kennzeichnung und Kriterien zur biologischen Abbaubarkeit von Polymeren erarbeiten. Am 16. Juli 2022 sollen die ersten Düngeprodukte mit CE-Kennzeichnung auf den Markt kommen. Weiterhin zulässig ist das Inverkehrbringen nach nationalem Düngemittelrecht.

Verband begrüßt Einbeziehung von Biostimulanzien

„Es freut uns, dass erstmals die neue, innovative Produktgruppe der Biostimulanzien rechtlich einbezogen und geregelt wird“, so Hartmann. Diese Produkte werden über ihre Wirkung definiert. Sie sollen die Widerstandsfähigkeit der Nutzpflanzen gegen Trockenheits- und Hitzestress stärken und die Nährstoffaufnahme verbessern, indem beispielsweise das Wurzelwachstum stimuliert wird.

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