Discounter: Klöckner spricht sich gegen Lockangebote mit Fleisch aus

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagt Rabattaktionen mit Fleisch den Kampf an.

Bereits vergangenes Jahr verbreitete sich ein Posting eines Users auf der Facebook-Seite von Aldi Süd blitzschnell im Internet. Er kritisierte ein Lockangebot des Discounters, in dem 600 g “BBQ Nackensteak” für 1,99 Euro angeboten wurde. Er schrieb: “… wenn man die Marinade, die Plastikverpackung, den Transport und die sonstigen Logistik- und Dienstleistungskosten aller am Produkt Beteiligten abzieht, kann man sich in etwa ausrechnen, was bei Euch das Fleisch ,wert’ ist …” (Auszug). Zum Schluss gab der Konsument zu bedenken, dass trotz der Kosten der Discounter am Produkt verdiene. Aldi verwies in der Antwort knapp auf das Engagement des Unternehmens und die “freiwillige Initiative Tierwohl”. Immer wieder stehen Lebensmitteleinzelhändler in der Kritik, Fleisch zu “verramschen”. Doch passt das mit der Wertigkeit landwirtschaftlicher Produkte zusammen?

Klöckner: Discounter-Aktionen “ethisch nicht vertretbar”

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich solchen und ähnlichen Bedenken jetzt angenommen und spricht damit den Landwirten und vielen Verbrauchern aus der Seele. Konsumenten können Billigfleisch nicht mit Tierschutz und artgerechter Tierhaltung vereinbaren. Im Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) sagte die CDU-Politikerin: „Der Handel sagt mir immer, der Verbraucher sei nicht bereit, mehr für Lebensmittel zu zahlen. Doch wer Fleisch verramscht, der verstellt den Blick auf die Wertigkeit der Ware.“ Sie halte es nicht für richtig, dass im Bereich der Lebensmittel mit Dumpingpreisen geworben werde: „Dumpingpreise für Fleisch halte ich für ethisch nicht vertretbar.“ Tiere seien keine Wegwerfware, sondern Mitgeschöpfe. „Daher sollte man Fleischpreise auch nicht als Lockmittel nutzen.“

Schafft staatliches Tierwohllabel Abhilfe?

Klöckner verwies auch auf das freiwillige staatliche Tierwohllabel, an dem ihr Ministerium derzeit arbeitet. Mit dem dreistufigen Siegel soll künftig auf der Verpackung gezeigt werden, inwieweit Tierhaltung über den gesetzlichen Standard hinausgeht. So eine Kennzeichnung sei der massive Wunsch der Kunden, so Klöckner. „Die Verbraucher können zeigen, wie viel ihnen Tierwohl wert ist.” Denn klar sei auch, so die Ministerin, Investitionen in mehr Tierwohl müssten sich für unsere Landwirte lohnen. Sie sieht alle in der Verpflichtung, Ansprüche an die Landwirtschaft auch zu honorieren. „Wir sitzen da in einem Boot“, so Klöckner.

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