Die Wahrheit über Glyphosat will niemand hören

Glyphosatabsatz ist im Agrarbereich gesunken, im privaten Bereich dafür extrem gestiegen.

Der bundesweite Absatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln für die Landwirtschaft ist 2008 bis 2014 von 7.608 auf 5.330 Tonnen gesunken. Der Einsatz im privaten Gartenbereich allerdings hat sich alleine von 2012 auf 2014 mehr als verdoppelt. Wurden 2012 noch 40 Tonnen abgesetzt, waren es 2014 bereits 95 Tonnen. Das zeigt, dass Landwirte Roundup und Co. verantwortungsbewusst einsetzen. Und sie brauchen es, um wirtschaftlich arbeiten zu können und die Bevölkerung ernähren zu können. Wenn es eine Alternative gäbe, die eine gleiche Effektivität bieten würde, wäre es ihnen nur recht.

Erklärungsbedarf besteht und erklärt wird auch viel – doch nur einseitig. Und man redet viel aneinander vorbei. Die Grünen etwa bleiben natürlich ihrer Linie treu und lehnen Glyphosat kollektiv ab. Kein Mittel ist zu schade, um Angst zu schüren. Zuletzt die „Biertests“ des den Grünen nahestehenden „Umweltinstitut München“. Die Relativierung des Bundesinstitutes für Risikobewerung (BfR) am Folgetag der Veröffentlichung der Bier-Studie konnte die Schockstarre der Verbraucher kaum noch wettmachen.

Die Wahrheit wird kaum kommuniziert
Verwirrt sind Konsumenten vor allem durch unterschiedliche Bewertungen und Studien. Nachdem die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte, kam vergangene Woche der Bericht der WHO und der UN auf den Tisch: Glyphosat sei doch nicht krebserregend, heißt es darin.

„Was nun?“, fragen sich Verbraucher und fühlen sich an der Nase herum geführt. Viele vermuten sogar, dass die Wendung auf die Macht von Lobbyisten zurückzuführen ist. Was kaum kommuniziert wird und deshalb wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass die Studien auf verschiedenen Ausgangspunkten beruhen. Medien steigen aus politischer Korrektheit heraus fast nur auf einseitige „Studien“ von Glyphosat-Gegnern ein.

IARC hat vergangenes Jahr das theoretische Krebspotenzial von Glyphosat bewertet. Im jüngsten Bericht der WHO und der UN wurde die Gefahr bei sachgerechter Anwendung beurteilt. Und die ist den wissenschaftlichen Tests zufolge gleich Null. Aber das will offenbar niemand hören. Landwirte können die sachgerechte Anwendung garantieren, Hobbygärtner eher nicht.

Bundeslandwirtschaftminister Christian Schmidt hat vergangene Woche in einer Pressemitteilung den Unterschied der Studien erklärt. Die Pressemitteilungen des BMEL flattern per E-Mail regelmäßig in alle Redaktionen. Die Medienresonanz auf dieses erklärende Statement Schmidts war allerdings bescheiden – wohl zu logisch, um die Diskussion auf ein professionelles und neutrales Niveau zu heben.

2 Gedanken zu „Die Wahrheit über Glyphosat will niemand hören

  • 27.04.17 um 13:40
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    @Mathew: Selbst wenn deine unbelegten Anschuldigungen stimmen würden: Aus diesem Grund diskreditiert ihr alle Wissenschaftler, stigmatisiert alle Bauern, die nicht sofort sichtbar Biobauer sind, als Brunnenvergifter und sorgt dafür, dass die Jugend einen Grund mehr hat, den elterlichen Betrieb nicht zu übernehmen? In den letzten 3 Jahren haben in unserer Region viele Betriebe ihre Nachfolger verloren. Wer wird in einigen Jahren, wenn die Landwirte in den Ruhestand gehen, diese Flächen pachten? Oder sie werden gar von Investoren gekauft? Grüße an deine Kumpels von Greenpeace, BUND & Co: Eure überzogenen Hetzkampagnen werden genau das Gegenteil von dem erreichen, was ihr eigentlich wollt.
    Und zuletzt: Bitte belege deine Anschuldigungen – aber bitte nicht mit Presseartikeln. Diese sind ebenso tendenziell wie dein Kommentar.

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  • 19.04.17 um 12:45
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    Die Wahrheit liegt in der Veröffentlichung der Glyphosat Mixtur von Monsanto! Niemand wissenschaftlich Vorgebildete behauptet Glyphosat sei carcinogen. Es geht um den Mix, der von Millionen von Landwirten weltweit auf unserem Planeten verteilt wird und das weltweit meist genutzte Herbizid darstellt. Da dieser Mix aus geschäftlichen/patentrechtlichen ?? Gründen nicht offen gelegt wird, besteht keine Möglichkeit die Frage der Gefährlichkeit der Mixtur eindeutig zu beantworten. Diese Studien sind ein Privileg von Monsanto selbst bzw von Monsanto abhängigen Wissenschaftlern. Würden unabhängige Wissenschaftler diese Informationen erhalten, könnten die brennenden Fragen zur Zufriedenheit der Öffentlichkeit beantwortet werden. Somit bleibt der Geschmack, dass Monsanto etwas weiß, was die Öffentlichkeit vielleicht nicht wissen sollte.

    Das ist der Stand der derzeitgen Situation!

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