Deutsche Landwirtschaft trotz Gewinnen in Katerstimmung

Trotz Anstieg der Erlöse konnte die Agrarwirtschaft die Verluste der vergangenen Jahre noch nicht wettmachen.

Die Gewinne der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe sind gestiegen und zwar regionsabhängig um 8 bis 62 Prozent. Erreicht wurden demnach Gewinne von 31.000 bis 61.000 Euro. Das Ergebnis beruht auf der Auswertung von Buchführungsdaten, durchgeführt vom Verband der Landwirtschaftskammern. Ausgehend von einem sehr niedrigen Vorjahresniveau klingt das erst einmal positiv. Doch die Lage bleibt angespannt. Die schlechten Ergebnisse der vergangenen Jahre konnte durch den Anstieg noch nicht wettgemacht werden.

Milchpreis stabilisierte sich

Nach einem drastischen Rückgang des Milchpreises stabilisierte sich der Markt im Wirtschaftsjahr 2016/2017. Im Herbst 2016 wurden 30 Cent je Kilogramm erreicht und teilweise sogar überschritten. Über den Erhebungszeitraum hinweg gesehen erholte sich der Milchpreis zwischen 4 Prozent im Saarland und 31 Prozent in Schleswig-Holstein.

Erholung der Schweinepreise

Nach den unbefriedigenden Schweinepreisen ab 2014 konnten die Schweinehalter im Herbst 2016 höhere Gewinne erzielen. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auf die gestiegene Nachfrage aus Asien nach EU-Schweinefleisch zurückzuführen. Besonders China zeigte reges Interesse – ein positiver Impuls. Im gesamten Wirtschaftsjahr stiegen die durchschnittlichen Erlöse um 20 Prozent auf 151 bis 154 Euro je Mastschwein. Auch der Ferkelpreis stieg, und zwar um 28 bis 35 Prozent.

Ackerbau durchwachsen

Kartoffeln, Zuckerrüben und Feldgemüse brachten im Wirtschaftsjahr 2016/17 solide Erlöse ein. Die Gewinne für Getreide und Raps hingegen sanken. Großen Einfluss nahm die Frage, ob mehr Hackfrüchte oder mehr Druschfrüchte angebaut wurden. Im Endeffekt dominierte aber der negative Effekt der Halmfrüchte. In Niedersachsen ging der Umsatz um 16 Prozent zurück, in Schleswig-Holstein sogar um 40 Prozent. Dort konnten die reduzierten Umsatzerlöse für Getreide und Raps nicht durch stabilisierende Faktoren aus dem Kartoffel-, Zuckerrüben- oder Feldgemüseanbau ausgeglichen werden.

Die gesamte Auswertung kann auf der Internetseite des Verbandes der Landwirtschaftskammern abgerufen werden.

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