Datenerhebung: Wissenschaftler kartieren gesamte Landwirtschaft

Landwirte werden die Ergebnisse aus der Datenerhebung für die gezielte Bodenbearbeitung nutzen können. 

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Landwirtschaft entstehen sehr viele Daten. Doch wie können diese für die gesamte Landwirtschaft und von einzelnen Landwirten genutzt werden? Die Universität Osnabrück erhebt nun Daten aus Betrieben und erarbeitet gemeinsam mit Projektpartnern eine Plattform, die mit Hilfe der Erkenntnisse aus der Datenerhebung gezielt eingesetzt werden können. Es geht um praktische Anwendungen, wie gezielte Düngung. Auch den übergreifenden Austausch zwischen Betrieben und Unternehmern wollen die Forscher ermöglichen. Das Projekt im Bereich Agrarfernerkundung heißt „Agri-Gaia“ und wird vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) gefördert.

Ergebnisse aus Datenerhebung für Landwirte

Die Arbeitsgruppe Fernerkundung und Digitale Bildverarbeitung des Instituts für Informatik an der Universität Osnabrück wird in landwirtschaftlichen Betrieben Daten erheben. Anhand erkennbarer Muster wollen die Forscher Prognosemodelle entwickeln und Handlungsempfehlungen ableiten. „Primäres technisches Ziel ist es, dem Landwirt durch Bereitstellung von Modellen und KI-basierter Bestandskartierung Entscheidungshilfen für eine nachhaltige Bewirtschaftung seiner Flächen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Dr. Thomas Jarmer, Leiter des Projektes „Agri-Gaia“ an der Universität Osnabrück. Neben dem Einsatz von Drohnen werden auch Satellitendaten genutzt.

Nutzen für Pflanzenbestand

Die Daten ermöglichen es, Aussagen über die Entwicklung von Pflanzen zu treffen. „So kann der Landwirt teilflächenspezifische Maßnahmen durchführen, ohne die gesamte Ackerfläche bearbeiten zu müssen“, erläutert Jarmer. Das biete sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile: „Der Landwirt kann an den notwendigen Stellen in der richtigen Menge gezielt düngen oder Unkraut bekämpfen und so seine Flächen viel nachhaltiger bewirtschaften.“

Juristen der Universität Osnabrück klären die vielfältigen Rechtsfragen, die sich aus der Datenerhebung ergeben. Dabei geht es zum Beispiel um den Schutz von Innovationen und den rechtskonformen Datenaustausch. Die Wissenschaftler erarbeiten auch Musterlizenzverträge.

Foto: Remote Sensing/Universität Osnabrück (RSO)

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