Coronakrise: Milchmarkt muss auf Situation reagieren

DBV-Milchbauernpräsident Karsten Schmal forderte die EU-Kommission und die Molkereien dazu auf, rechtzeitig auf die Coronakrise zu reagieren.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert die EU-Kommission und die Molkereien auf, angesichts der Coronakrise angemessen auf die aufgetretenen Verwerfungen zu reagieren. „Wenn es eine Marktlage gibt, die Beihilfen zur privaten Lagerhaltung von Milchprodukten rechtfertigt, dann ist es die aktuelle”, sagte Milchbauernpräsident Karsten Schmal. Die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten seien deshalb gefordert, dieses Instrument zeitnah zu eröffnen. Den kurzfristig aufgetretenen starken Veränderungen in Logistik und Absatzwegen müsse mit kurzfristig zur Verfügung stehenden und umsetzbaren Maßnahmen begegnet werden.

Situation zeitlich begrenzen

Schmal kritisiert weiter, dass aktuell einige wesentliche Errungenschaften der Europäischen Union stark eingeschränkt sind. Eine Situation, die seiner Ansicht nach nicht länger anhalten darf als unbedingt notwendig: „Das Corona-Virus sollte nicht als Vorwand dienen, um die Freiheiten der Europäischen Union in Frage zu stellen. Vor allem der freie Warenverkehr und der freie Personenverkehr sind von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung für die deutsche Landwirtschaft.“

Milchverarbeiter unterschiedlich von Coronakrise betroffen

Die Milchverarbeiter sind je nach Produktportfolio und Absatzkanal unterschiedlich vom aktuellen Geschehen betroffen. Die Kontrakte zu Butter und Schnittkäse zwischen Molkereien und Lebensmittelhändlern konnten in der vergangenen Woche mit einem Plus abgeschlossen werden. Im Hotel- und Gaststättenbereich sowie im Export sind Absatzrückgänge festzustellen. Schmal sieht deshalb auch die einzelnen Molkereien in der Pflicht: „Wir haben in der Strategie 2030 der deutschen Milchwirtschaft unter anderem festgehalten, dass die Molkereien gemeinsam mit ihren Lieferanten Lösungsansätze zur Abmilderung der mit Preisschwankungen verbundenen Folgen vorantreiben.” Hierzu gehören laut Schmal auch Elemente zur Milchmengenplanung und -steuerung sowie Festpreismodelle. „Die deutschen Molkereien hinken hier im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern sowie zu anderen Agrarsektoren weiterhin hinterher.“

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