Corona und ASP: Fleischmarkt in der Krise

Corona, ASP, Fleischpreise: Bauernverbände fordern von der Politik, mit Maßnahmen Landwirte in der Krise unterstützen.

Der Preis für Schweinefleisch wurde um 8 Cent auf 1,19 Euro/kg Schlachtgewicht heruntergesetzt. Nach Bekanntwerden des ersten Falles der Afrikanischen Schweinepest (ASP) Mitte September war der Preis bereits um 20 Cent auf 1,27 Euro gefallen. Der derzeitige Preis ist der niedrigste seit 2011. Damals war der Grund ein Dioxinskandal um kontaminierte Futtermittel. Jetzt sind es Corona und die ASP.

Verdient der LEH trotzdem gut?

Bauernpräsident Joachim Rukwied nimmt den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in die Pflicht. „Bei diesem ruinösen Preis macht jeder Schweinehalter massive Verluste“, klagte er in der „Augsburger Allgemeinen“. „Da Preise im Einzelhandel stabil sind, gehen wir davon aus, dass innerhalb der Lebensmittelkette auf dem Rücken der Bauern gut verdient wird“, kritisierte Rukwied. Erneut prangerte der Bauernpräsident die häufigen Lockangebote an: „Uns ist schon bewusst, dass es hin und wieder Aktionen geben muss. Aber das ständige Werben mit Niedrigpreisen ist inakzeptabel.“

500.000 Schweine durch Corona in der „Warteschleife“

Auch der Bayerische Bauernverband (BBV) schlägt vor dem Hintergrund der derzeitigen Marktsituation Alarm. Der Verband weist darauf hin, dass es durch die Corona-Vorsorgemaßnahmen bei Schlachtung und Zerlegung zum „Stau“ von Schlachttieren kommt. Insbesondere bei Schlachtschweinen beträgt der Rückstau bereits über 500.000 Tiere bundesweit. Aber auch bei Rindern und Geflügel gab es zuletzt vermehrt Probleme.

BBV-Präsident Walter Heidl fordert aus dem Corona-Paket der Bundesregierung Notfall-Maßnahmen. Ergänzend dazu fordert Heidl von der Politik gerade mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage zu handeln. Heimfahrten ausländischer Arbeitskräfte könnten zu noch größeren Problemen führen. Laut Heidl soll die Arbeit durch Maßnahmen wie Arbeitsquarantäne und Corona-Schnelltests möglichst reibungslos aufrechterhalten werden. Mit Blick auf die durch Corona weggebrochene Gastronomie und den durch die Afrikanische Schweinepest fehlenden Exportmarkt fordert er, Landwirte finanziell zu unterstützen.

Foto: pixabay.com (Symbolbild)

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