Bundesumweltministerin: „Landwirtschaft schuld an Überschwemmungen“

Hendricks: „Die Art und Weise, wie Landwirtschaft betrieben wird, wirkt sich direkt auf die Unwetterfolgen aus.“

Am Montag hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in einem Interview im ZDF-Morgenmagazin der Landwirtschaft die Schuld an den jüngsten Überschwemmungen gegeben.

„Die Art und Weise, wie wir leben und Landwirtschaft betreiben, wirkt sich direkt auf die Heftigkeit von Unwetterfolgen aus.“, so die Politikerin. Versiegelte Böden, umgebrochenes Grasland, stattdessen Maisanbau, das und vieles mehr beschleunige und intensiviere die dramatischen Folgen von Starkregenereignissen, erklärte Hendricks.

Doch mit ihren Erklärungsversuchen liegt Hendricks falsch. Undurchlässig sind nicht landwirtschaftliche, sondern urbane Flächen. Landwirtschaftliche Böden, ob Ackerland oder Grünland, sind durchlässig und aufnahmefähig für Niederschläge – anders als die versiegelten Städte und Infrastrukturen.

Hendricks’ Ablenkung von Flächenverbrauch
Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, findet klare Worte: „Für die Kritik von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die heutige Landwirtschaft sei für die Heftigkeit der Unwetterfolgen der letzten Tage verantwortlich, haben wir definitiv kein Verständnis.“, sagte Krüsken am Montagvormittag. Man müsse vielmehr fragen, wann die Ministerin endlich wirksame Schritte gegen die ungebremste Versiegelung der Böden und den fortschreitenden Flächenverlust unternimmt, so der Generalsekretär.

Der Bauernverband wertet die Schuldzuweisungen der Bundesministerin als Ablenkungsstrategie, um die Erfolglosigkeit bei der Senkung des Flächenverbrauchs zu kaschieren. Das Bundesumweltministerium ist für den Bausektor zuständig und verantwortet die geringen Fortschritte bei der Reduzuierung des Flächenverbrauchs. Im Bundesdurchschnitt werde nach wie vor täglich 74 Hektar landwirtschaftlich genutzten Bodens durch Baumaßnahmen undurchlässig versiegelt und zubetoniert.

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