Bundesregierung verschärft Düngeverordnung noch einmal

Die Bundesregierung hat die Düngeverordnung noch einmal überarbeitet. Die abgeänderte Version wird kommende Woche der EU-Kommission vorgelegt.

Die Bundesregierung plant weitere, verschärfte Anpassungen der Düngeverordnung. Das teilen Bundesumwelt- und Landwirtschaftsministerium mit. Durch noch weniger Nitrat im Boden soll das Grundwasser noch besser geschützt werden. Die Überarbeitung der Verordnung wird am 28. August der EU-Kommission vorgelegt. Das Ziel sei eine praktikable und zugleich umweltschonende Lösung, heißt es aus Berlin. Die Ministerien rufen die Landwirte dazu auf, bedarfsgerecht zu düngen. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, in dem festgestellt wurde, dass Deutschland die Nitratrichtlinie verletzt.

Das ändert sich bei der Düngeverordnung

  • Der Nährstoffvergleich wird durch Aufzeichnungspflichten über die tatsächlich aufgebrachten Düngermengen ersetzt.
  • Die Sperrfristen für das Aufbringen von Düngemitteln in den besonders belasteten Gebieten auf Grünland werden verlängert. Das gilt auch für das Aufbringen von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposte.
  • Besondere Vorgaben für das Ausbringen von Düngemitteln für Hangflächen bereits ab fünf Prozent Neigung werden festgeschrieben.

Bauernverband kritisiert Verschärfung

Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert das “Gerangel um die Düngeverordnung”. „Wir Landwirte stehen eindeutig zum Gewässerschutz. Strafzahlungen aus Brüssel müssen unbedingt abgewendet werden, aber die fachlichen Grundsätze präziser und ordnungsgemäßer Düngung dürfen nicht dem politischen Druck geopfert werden“, sagte der DBV-Umweltbeauftragte Eberhard Hartelt. Die Androhung von Strafzahlungen durch die Europäische Kommission führe jetzt dazu, dass das Düngerecht ohne qualifizierte Folgenabschätzung und im Eilverfahren durchgeboxt werden müsse. Er kritisiert auch das Vorgehen der EU-Kommission als widersprüchlich. “Einerseits wird auf nationale Spielräume für regional angepasste Lösungen im Düngerecht hingewiesen, andererseits werden der Bundesregierung kleinteilige Vorgaben zur Formulierung des Düngerechts gemacht”, so Hartelt.

Bedarfsgerecht düngen mit eigener Wetterstation

Eine große Rolle für die Reduzierung des Düngeverlustes spielen die Wetterdaten direkt am Bestand. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erforscht im Rahmen des Projektes StaPlaRes anhand der gruuna Wetterstation, wie die bedarfsgerechte Versorgung optimiert werden kann. Die Station wurde vom Chemnitzer Unternehmen gruuna, eine Tochter der auf Agrarversicherungen und Sicherheitsmanagement spezialisierten gvf VersicherungsMakler AG, entwickelt. Zweck der völlig autark arbeitenden Wetterstation für die Landwirtschaft ist, dass Landwirte direkt am Bestand das Agrarwetter messen. Durch die übersichtliche Aufbereitung der Daten werden Wetteranalysen deutlich vereinfacht. Auch Ertragsrisiken können dadurch minimiert werden. Dazu steht die  App “CYA” zur Verfügung. Mit der eingebundenen Wetterstation und den präzisen Sicherheitshinweisen und Warnungen vor Anbaurisiken per Push-Mitteilung wird so aktives Risikomanagement möglich. Die Messungen und die automatische Dokumentation aller Werte erleichtert auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

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