Bürger stimmen über Zukunft der Landwirtschaft ab

Die EU will von ihren Bürgern wissen, was ihnen an der Landwirtschaft wichtig ist. Die Erwartungen an die Ergebnisse sind natürlich sehr unterschiedlich.

Die Europäische Kommission startete eine öffentliche Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). EU-Bürger und Organisationen können drei Monate lang online kundtun, wie die EU-Gelder verteilt werden sollten, damit die Landwirtschaft eine aus ihrer Sicht gute Zukunft hat.

Die Kommission wird die eingegangenen Beiträge nutzen, um die Prioritäten der künftigen Agrarpolitik festzulegen. Mit einer modernisierten und vereinfachten Gemeinsamen Agrarpolitik will sie den wichtigsten Herausforderungen für die Landwirtschaft und die ländlichen Gebiete begegnen. Gleichzeitig soll ein Beitrag zu den politischen Prioritäten zu nachhaltiger Entwicklung geleistet werden.

„Die Ergebnisse dieser öffentlichen Konsultation fließen direkt in den Fahrplan für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik ein“, so Agrarkommissar Phil Hogan. Die Gemeinsame Agrarpolitik bringe bereits jetzt jedem europäischen Bürger großen Nutzen im Bereich der Ernährungssicherheit, der Lebensfähigkeit ländlicher Gebiete, der ländlichen Umwelt und des Beitrags zur Bewältigung der durch den Klimawandel bedingten Herausforderungen.

Unterschiedliche Erwartungen

Die Erwartungen an die Ergebnisse sind naturgemäß sehr unterschiedlich. Landwirte sind sich ihrer Verantwortung sowohl bei der Ernährungssicherheit als auch der Umwelt gegenüber bewusst. Der Naturschutzbund (NABU) erhofft sich die Ergebnisse auf seiner Linie. „Wir fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Agrar- und Ernährungspolitik. Das derzeitige System verteilt Gelder schlicht nach Flächengröße eines Betriebes und nicht nach konkreten Naturschutz- oder Tierwohlleistungen.“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die Landwirtschaft wird immer intensiver, Arten sterben uns unter den Händen weg und unser Grundwasser ist stellenweise massiv mit Nitrat belastet.“, so Tschimpke weiter. Der NABU fordert ein Förderprinzip, in dem öffentliche Gelder an konkrete Umwelt- und Naturschutzleistungen der Landwirte gekoppelt sind.

Landwirtschaftliche Verbände und Agrarpolitiker rufen konkret Landwirte dazu auf, sich an der Konsultation zu beteiligen. Bis zum 2. Mai kann auf der Website der EU teilgenommen werden.

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