Brexit: Welche Auswirkungen hätte er auf die EU- Landwirtschaft?

Nach der Ablehnung des Ausstiegsvertrags durch das britische Parlament, droht ein “harter” Brexit. Auf die EU-Landwirtschaft hätte eine ungeregelte Trennung erhebliche negative Auswirkungen.

Das britische Parlament hat gegen den Ausstiegsvertrag mit der Europäischen Union gestimmt. Jetzt droht ein “harter” Brexit, die völlige wirtschaftliche Abschottung Großbritanniens von der EU. Wenn das Szenario eintritt, hätte der Brexit erhebliche Auswirkungen auf die EU-Agrarbranche und somit auch auf die deutsche Landwirtschaft, wie Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt: “Ein offener Markt mit dem Vereinigten Königreich hat für uns immer noch höchste Priorität.“ Großbritannien sei ein wichtiger Markt für die deutsche Landwirtschaft.

Jährlich werden aus Deutschland Agrargüter und Lebensmittel im Wert von etwa 4,5 Milliarden Euro auf die britische Insel geliefert. Der Agrar-Exportüberschuss Deutschlands liegt gegenüber Großbritannien bei rund 3,5 Milliarden Euro und ist damit fast doppelt so groß, wie der gesamte Exportwert in die USA.

Die Trennung Großbritanniens von der EU hätte nicht nur Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Auch die deutsche Fischerei wäre betroffen. Die Fangmöglichen in britischen Gewässern würden eingeschränkt werden.

Irische Milchindustrie besonders vom Brexit betroffen

Ein ungeregelter Brexit würde der europäischen Milchwirtschaft enormen Schaden zufügen, befürchtet der Milchindustrie-Verband (MIV). „Ich erwarte größtmögliche Toleranz und Lösungswillen bei allen weiteren kurzfristig zu vereinbarenden Gesprächsversuchen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich“, so MIV-Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser. Nur so könne man den Schaden aus dem Brexit-Verfahren abmildern.

Vor allem für die irische Milchindustrie steht viel auf dem Spiel. Großbritannien ist ein großer Nettoimporteur bei Milch und Milcherzeugnissen und kauft insbesondere in der Republik Irland viele Lebensmittel wie Milchprodukte ein. Häuser befürchtet, dass durch Zölle der Handel zum Erliegen kommt. Denn umgekehrt wird Milch aus Nordirland in Irland verarbeitet. Da Nordirland zu Großbritannien gehört, wäre das aufgrund der Zölle für Erzeuger und Verarbeiter unrentabel. Dazu würden auch aufwändige Veterinärkontrollen, wie sie beim Handel zwischen der EU und Drittländern vorgeschrieben sind, kommen.

Dänische Unternehmen rechnen mit Exporteinbruch

Für Dänemark hätte der Brexit ebenfalls drastische Auswirkungen. Das nordeuropäische Königreich exportiert vor allem Schweinefleisch, aber auch Milchprodukte, Fisch und Meeresfrüchte, nach Großbritannien. Laut der zehn größten Lebensmittelexporteure ist mit einem erheblichen Exporteinbruch zu rechnen. Das hat eine Umfrage des dänischen Landwirtschaftsministerium unter den Unternehmen ergeben.

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