Brandenburg: Bauernbund sieht keine Notwendigkeit für Agrarwende

Der Brandenburger Bauernpräsident sieht keinen Sinn in einer Agrarwende. Stattdessen solle man die vorhandenen agrarpolitischen Möglichkeiten nutzen.

Der Bauernbund Brandenburg kritisiert die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) nach einer Umgestaltung der Landwirtschaft. Die Potsdamer halten DBV-Präsident Rukwieds Signal für einen “gefährlichen Fehler”. „Zwischen den Umgestaltungsträumen des DBV und der Agrarwende-Vision einer AbL sehe ich erstmal keinen Unterschied“, kommentierte Bauernbund-Präsident Marco Hintze die Äußerungen Rukwieds. „In beiden Fällen soll der Staat Steuergelder in landwirtschaftliche Investitionen pumpen, die sich eine große Mehrheit der bäuerlichen Familienbetriebe nicht leisten kann oder aus gutem Grund nicht leisten will.“ Der sicherste Weg für eine gleichermaßen leistungsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft sei aber, dass möglichst viele bäuerliche Familienbetriebe solide weiter wirtschaften.

Bauernbund sieht “keinen Bedarf”

Bei über 90 Prozent der deutschen Landwirtschaft bestehe überhaupt kein Bedarf an Umgestaltung, argumentiert Hintze weiter. Er betreibt selber Ackerbau und Rindermast in Krielow im Havelland. „Unsere Bauernhöfe wirtschaften im eigenen Interesse ökonomisch erfolgreich und aus Generationenverantwortung ökologisch nachhaltig.“

Guter Wille statt Agrarwende

Fehlentwicklungen wie Intensivtierhaltung ohne Boden oder der Ausverkauf der ostdeutschen Großbetriebe an überregionale Investoren ließen sich laut Hintze mit den vorhandenen agrarpolitischen Werkzeugen eindämmen. Dazu benötige man nur einen guten Willen, erklärt der Bauernbund-Präsident. “Gerade bei diesen Diskussionen erweist sich ausgerechnet der DBV als Bremsklotz, indem er agrarindustrielle Strukturen verteidigt, so der Brandenburger Bauernvertreter: „Wichtig wäre jetzt ein Signal zugunsten der bodenständigen Bauern. Wir brauchen keine Umgestaltung der Landwirtschaft, sondern eine Umgestaltung der Landwirtschaftspolitik.“

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