Brände: Ställe und Tiere schützen

Immer wieder sind Brände von Ställen für Landwirte existenzbedrohend. Deshalb ist sowohl Prävention als auch der Schutz der Tiere im Brandfall wichtig.

Bei einem verheerenden Brand eines Schweinemastbetriebes in Kolbow in Mecklenburg-Vorpommern sind im Juli 2500 Tiere ums Leben gekommen. Einer von vielen der Brände, bei denen jedes Jahr Ställe zerstört und untergebrachte Tiere getötet werden. Im Zusammenhang mit dem Brand in Kolbow fordert der Deutsche Tierschutzbund (DTB) ein Umdenken beim Brandschutz. Die Tierschützer sprechen sich für kleinere Tierbestände und eine Anpassung der konventionellen Haltungssysteme aus, damit die Schweine im Ernstfall bessere Überlebenschancen haben. Gerade die Bergung von Schweinen gestaltet sich schwierig, da sie keine Fluchttiere sind.

Aktive Prävention und Schutz gegen Folgen der Brände

„Bei Bränden sterben die Tiere qualvoll, meist durch Rauchvergiftungen beziehungsweise Ersticken und auch durch Verbrennen bei lebendigem Leib”, erklärt Kerstin Lenz, DTB-Vorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern. “Das berührt tief und geht auch an den betroffenen Landwirten nicht spurlos vorüber“, so Lenz nachdenklich. DTB-Präsident Thomas Schröder ergänzt: „Katastrophen dieser Art müssen mit allen Mitteln verhindert werden. Bei einer großen Tierzahl ist die Rettung aller Tiere aber quasi unmöglich. Hier ist dringend Nachrüstung und ein Umdenken in der Schweinehaltung erforderlich.“ Realistische Rettungsmöglichkeiten im Brandfall bestehen nur bei frühzeitiger Brandfeststellung, kleinen Tierbeständen und einem angepassten Haltungssystem, so der Tierschutzbund. Er empfiehlt zum Beispiel die Haltung der Schweine in Buchten an Außenwänden. So könnten die Tiere im Brandfall schnell durch Türen ins Freie gelassen werden. Auch die technischen Brandverhütungs- und Brandbekämpfungsmaßnahmen sollten ausgeschöpft werden – zum Beispiel feuerfeste Materialien, Sprinkleranlagen, Brandmauern oder feuerfeste Türen.

Früherkennung mit Thermosensoren

Oft entstehen Brände durch Selbstentzündungen im gelagerten Heu und Stroh. Das Chemnitzer Unternehmen gvf VersicherungsMakler AG hat zusammen mit seinem Tochterunternehmen gruuna Thermosensoren entwickelt, die sicher vor Brandherden im Heu und Stroh warnen. Mit „gruuna Thermo“ haben landwirtschaftliche Betriebe gefährliche Temperaturerhöhungen in der Bergehalle jederzeit im Blick. 

Bis jetzt war ein enormer personeller Aufwand notwendig, um die Selbstentzündung in vollen Bergeräumen zu identifizieren und zu verhindern. Innovative und webbasierte Thermosensoren sorgen effektiv und kostensparend für Sicherheit. Die Haupteinheit samt Solarfläche wird einmal am Bergeraum installiert. Wenn der Landwirt Ballen einlagert, platziert er in regelmäßigen Abständen Sensoren dazwischen. Die Temperatur und Feuchtigkeit wird sofort drahtlos in einem engmaschigen Sensornetz gemessen und dokumentiert. Die Daten werden konstant an die Haupteinheit gesendet. Diese wiederum leitet die Werte an den leistungsstarken Server bei gruuna weiter. Die Verläufe werden dort in engen Zeitabständen kontrolliert. Über eine Alarmfunktion kann sich der Nutzer außerdem eine SMS oder E-Mail senden lassen, wenn eine kritische Temperatur überschritten wird. Alle Informationen zu “gruuna Thermo” findet man auf gruuna.com.

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