BMUB „prüft“ Jan Pfeifers Bauernregel-Plakate

Tierrechtler Jan Pfeifer führt die Bauernregel-Kampagne fort. Wir haben beim BMUB nachgefragt, ob er das aus Sicht des Ministeriums überhaupt darf.

Das Bundesumweltministerium (BMUB) hat ihre Kampagne mit den „neuen Bauernregeln“ abgesagt. Doch diese Woche kam ein „alter Bekannter“ ins Spiel. Jan Pfeifer mit seinem Tierschutzbüro hatte bereits am Montag angekündigt, die Kampagne weiterführen zu wollen. Dass Barbara Hendricks auf politischer Ebene für die „spielerischen und humorvollen Bauernregeln“ kritisiert wird, verstehe er nicht, so Pfeifer. „Letztendlich sollte mit der Kampagne auf die Missstände in der industriellen Landwirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Tier- und Umwelt aufmerksam gemacht werden“, so der Tierrechtler.

Am Mittwoch marschierten als Schweine verkleidete Tierrechtler in Berlin vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium auf, im Schlepptau Wägen mit Plakaten, auf denen die Sprüche zu lesen sind. Die grafische Gestaltung in leicht abgeänderter Form.
Pfeifer: „Dass diese Kampagne nun eingestellt wurde, ist ungeheuerlich, wo sie doch nur die Wahrheit über die derzeitige Tierhaltung und deren Konsequenzen in Deutschland aufzeigt.“ Er will mit den Wägen weitere Großstädte anfahren.

BMUB lässt Distanz zu Tierschutzbüro vermissen

Das Bundesumweltministerium hat auf gruuna.com-Anfrage eher „unaufgeregt“ reagiert. „Wir haben die Kampagne des Tierschutzbüros zur Kenntnis genommen.“, so ein Ministeriumssprecher. Die Übernahme von Bauernregeln des BMUB für diese Kampagne geschehe ohne Wissen und ohne Zustimmung des Ministeriums. Der Sprecher erklärt, dass sichere Rechtsansprüche seitens des BMUB nur bei einer identischen Verwendung der Motive bestünden. „Wir lassen gegenwärtig prüfen, ob dies hier der Fall ist.“

Urheberrecht nicht eindeutig

Das Urheberrecht lässt tatsächlich Spielräume bei der Interpretationen zu. Vor allem, wenn man die von der Agentur Tinkerbelle für das BMUB kreierten Kurztexte als Werbeslogans sieht. Denn Slogans sind nur geschützt, wenn eine gewissen Schöpfungshöhe gegeben ist, wie der Mainzer Rechtsanwalt Niklas Plutte auf seiner Internetseite erklärt. Und das prüft das Ministerium offenbar jetzt.

Wenn man die „neuen Bauernregeln“ als Gedichte sieht, wird es schon konkreter. Zum Schutz von Gedichten gibt es Urteile. Die unerlaubte Veröffentlichung kann vom Verfasser untersagt werden, wie zum Beispiel das Oberlandesgericht Saarbrücken in einem Urteil entschied.

Die „Zurkenntnisnahme“ des BMUB lässt Freiraum für Schlussfolgerungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.