Biostimulanzien machen Nutzpflanzen widerstandsfähig

Der IVA möchte im Sinne nachhaltiger Landwirtschaft die sogenannten Biostimulanzien als offizielle Betriebsmittel durchsetzen.

Der Industrieverband Agrar (IVA) sieht in sogenannten Biostimulanzien die Chance für einen nachhaltigen Pflanzenbau. Sie gehören weder zu den  Pflanzenschutzmitteln noch zu den Mineraldüngern. Deshalb fordern die im IVA organisierten Herstellerfirmen eine Regulierung auf europäischer Ebene. Der Verband hat dafür bereits 2017 eine eigene Fachgruppe eingerichtet.

Bessere Wirkung von Pflanzenschutzmitteln

Biostimulanzien ist der Oberbegriff für eine neue Gruppe landwirtschaftlicher Betriebsmittel. Die Bandbreite der Produkte für den Ackerbau und die Grünlandbewirtschaftung reicht von Pflanzenextrakten über Algenpräparate und Bodenmikroorganismen bis zu Huminstoffen. Sie verbessern die Nährstoffaufnahme der Pflanzen und machen sie gegen Krankheiten widerstandsfähiger. Das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen und Mikroorganismen wird gefördert.

Des Weiteren verbessern Biostimulanzien die Wirkung von Pflanzennährstoffen. Das geschieht durch die Förderung der Aufnahme und durch die Vermeidung von Nährstoffauswaschung. Manche Produkte fungieren als Bodenzuschlagsstoffe, die zur Verbesserung der Bodenstruktur beitragen und damit indirekt die Entwicklung der Pflanzen und Bodenorganismen fördern. Der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, wie Glyphosat, kann eingeschränkt werden, weil Huminsäuren zum Beispiel die Wirkung erhöhen.

Vertrauen schaffen

„Innovationen brauchen Vertrauen. Daher investieren die Unternehmen der Branche bis zu 10 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten”, sagte Dr. Thomas Mannheim vom IVA-Fachbereich Biostimulanzien am Rande der DLG-Feldtage 2018. Aber auch der Gesetzgeber sei gefordert, eine einheitliche und klare Regulierung zu schaffen. “Nur wenn die Anwender in der Landwirtschaft, aber auch die Verbraucher vom Nutzen der Biostimulanzien überzeugt sind, können sie sich langfristig auf dem Markt etablieren“, so Mannheimer weiter. Auf dem europäischen Markt konkurrieren derzeit rund 200 Hersteller von Biostimulanzien. Nach Expertenschätzungen beläuft sich das Marktvolumen in Europa auf gut eine halbe Milliarde Euro.

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