Biogas: Alternative Rohstoffe für mehr Energie

Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund fordert, den Fokus auf Biogas zu richten. In Hessen werden alternative Pflanzen für die Biogaserzeugung angebaut.
  • Energieministerin Siegesmund: Biogas macht unabhängig
  • Thüringer Biogasanlage vermeidet jährlich 6.500 Tonnen CO2
  • In Hessen werden alternative Rohstoffe zur Biogaserzeugung getestet
  • Vorteile der Durchwachsenen Silphie 

Die Thüringer Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund forderte im Rahmen eines Besuches der Biogasanlage der GrannottGas in Grabsleben Innovationen für die Erzeugung von mehr Biogas. „Um fossiles Erdgas schnell zu ersetzen, brauchen wir mehr Biogas – auch in Thüringen. Die klimafreundliche Energie aus der Region macht uns unabhängig und stärkt die regionale Wirtschaft“, sagte Siegesmund. Für den Booster, auch beim Biogas, müsse der limitierende Deckel für die Stromerzeugung jetzt schnell fallen. „Nur so schaffen wir die dringend nötige Entlastung bei Strom aus Erdgas schon im kommenden Winter“, so die Ministerin.

Biogas aus Mist, Mais und Stroh

Die Biogas-Gemeinschaftsanlage in Grabsleben erzeugt seit 2010 aus Stroh, Mist, Mais, Ganzpflanzensilage, Gülle und landwirtschaftlichen Reststoffen Strom und Wärme. Nach der Erweiterung im Jahr 2019 hat die Anlage eine Leistung von 1.435 kW. Darüber hinaus wird ein Teil des Biogases aufbereitet und durch die Ohra Energie ins Gasnetz eingespeist. Seit 2021 setzt man auch auf Kraftstoff aus der Vergärung von Gülle, Mist und Stroh. Pro Jahr vermeidet die Anlage rund 6.500 Tonnen CO2.

Alternativen: Hirse und Durchwachsene Silphie

Neben Mist und zum Beispiel Gülle könnten künftig weitere Rohstoffe in der Biogaserzeugung zum Einsatz kommen, um mehr Energie zu erzeugen. Wie das landwirtschaftliche Informationszentrum Proplanta berichtet, baut der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Bad Hersfeld Hirse und die Durchwachsene Silphie an. Der Korbblütler stammt ursprünglich aus Nordamerika.

Die Durchwachsene Silphie hat zwar eine etwas geringere Energieausbeute als Mais, aber andere Vorteile: Sie verträgt die Trockenheit mehr als Mais und kann nach der Pflanzung 15 Jahre lang geerntet werden. Nach drei Jahren sind laut LLH keine Pflanzenschutzmittel mehr notwendig. Des Weiteren stellt die Pflanze keine Futterquelle für Wildtiere dar.

Foto: pixabay.com

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