Biodiversität geht nur mit Flexibilität

Landwirte wollen mehr für Biodiversität tun, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht darunter leidet.

Landwirte wollen noch mehr für die Biodiversität tun. Bedingung: Die Wirtschaftlichkeit des Betriebes darf nicht darunter leiden. Das haben Wissenschaftler des Thünen-Instituts von den bundesweit zehn in das F.R.A.N.Z.-Projekt eingebundenen Landwirten erfahren. Wie der Bauernverband Landvolk Niedersachsen mitteilt, wünschen sich diese in erster Linie mehr Flexibilität bei den zu beachtenden Regeln, aber auch den damit verbundenen Kontrollen.

Die Wissenschaftler wollten Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft erforschen. Als wichtigstes Argument hat sich dabei die wirtschaftliche Tragfähigkeit herauskristallisiert. So reicht die Vergütung zusätzlicher Auflagen nur für durchschnittliche Erträge. Auch die mangelnde Flexibilität vieler Programme stößt bei den Betriebsleitern auf Kritik. Sie wünschen sich mehr Rücksicht auf regionale Gegebenheiten, Aussaat- und Mahdtermine, aber auch auf Standortvoraussetzungen sowie Witterungsbedingungen.

Das Thünen-Institut erwarten bei mehr Eigenverantwortung der Landwirte eine höhere Wirksamkeit der Maßnahmen. Rücksicht auf die Belange aus der Praxis der Lanwirte würde der Biodiversität zu deutlich mehr Akzeptanz verhelfen. Auflagen und die damit verbundenen Kontrollen werden von den Landwirten als sehr komplex eingestuft. Sie sehen sich einer hohen Sanktionsgefahr ausgesetzt. Eine kompetente und vertrauensvolle Beratung könnte den Landwirten mehr Sicherheit für die Berücksichtigung der Biodiversität vermitteln.

Dialog von Anfang an

Schon in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung sowie den Studienplänen der Fachhochschulen und Universitäten könnte bereits die Grundlage für eine entsprechende Sensibilisierung gelegt werden. Die Wissenschaftler wollen nun Ergebnisse in ein Beratungskonzept einarbeiten. Dieses soll nicht nur den Landwirten als Grundlage dienen, sondern auch der Politik als Anstoß für einen entsprechenden Dialog.

F.R.A.N.Z. („Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft“) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und dem Deutschen Bauernverband.

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