Bereits 3.500 Weidetiere in Deutschland von Wölfen gerissen

Verbände fordern, dass sich Natur- und Umweltschützer endlich mit dem Thema auseinandersetzen.

Wölfe haben seit dem Beginn ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2000 mehr als 3.500 Nutztiere getötet. Das ergab eine Umfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). Laut der Zeitung verzeichnete Brandenburg mit 1.100 toten Tieren die größten Verluste, gefolgt von Sachsen mit 895 und Niedersachsen mit 669.

Wolfsfreie Gebiete

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), forderte Konsequenzen angesichts der Ausbreitung des Wolfs. „Die Weidehaltung darf nicht länger einer falschen Romantik und der ungehemmten Verbreitung des Wolfes untergeordnet werden, genauso wenig wie das Sicherheitsgefühl der Menschen in den ländlichen Räumen.“, sagte er zur NOZ. Es sei nicht damit getan, einzelne Problemwölfe zu entnehmen und Zäune zu ziehen. In weiten Grünlandregionen, an Deichen und auf Almen können häufig gar keine Zäune gezogen werden. Deshalb fordert der DBV gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) und der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) eine Bestandsregulierung und wolfsfreie Gebiete. Diese sollten für die Wiederansiedlung des Wolfes nicht in Frage kommen.

Entschädigungen reichen nicht

Rund 500.000 Euro Entschädigung für gerissene Tiere zahlten die Bundesländer bisher an Tierhalter. Der DBV kritisiert: Der Naturschutz könne sich nicht darauf zurückziehen, die Weidetierhalter mit Entschädigungen zu beruhigen. Gleichzeitig würde ihnen ein großes Lastenheft für den Schutz der Tiere aufgegeben. Die Umwelt- und Naturschutzverbände müssten sich endlich der Thematik stellen und die Probleme und Befürchtungen von  Weidetierhaltern sowie Bewohnern in ländlichen Regionen ernst nehmen.

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