Bauernverband: „Man verkennt die Bedrohung durch Wölfe“

Der DBV fordert im Parlament, das Problem Wolf endlich ernst zu nehmen und verlangt eine erweiterte Diskussion.

Landwirte, vor allem Weidetierhalter, sehen in der Diskussion um die zunehmende Verbreitung des Wolfes in Deutschland ihre Anliegen bisher zu wenig berücksichtigt. Das erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich des öffentlichen Fachgesprächs „Herdenschutz“ des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft vergangene Woche in Berlin.

Es sei dringend erforderlich, über den reinen Herdenschutz hinaus auch die grundsätzlichen Konsequenzen für die Weidetierhaltung und deren Perspektiven zu berücksichtigen, so der Bauernverband. Sich beim Thema „Koexistenz von Weidetierhaltung und Wolf“ nur auf reinen Herdenschutz zu reduzieren, werde dem Ernst der Lage nicht gerecht, erklärte der DBV.

Der Verband kritisiert, dass mittel- und langfristige Auswirkungen der wachsenden Wolfspopulation auf die Möglichkeit, Nutztiere noch auf der Weide halten zu können, derzeit überhaupt nicht diskutiert wird. Die Populationsgrößen, die für die Erhaltung der Wolfbestände als notwendig betrachtet würden, stellten Weidetierhalter vor die Existenzfrage. Sie würden zu einem deutlichen Rückgang der Weidetierhaltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Kühen in Deutschland führen müssen, heißt es weiter aus dem Bauernverband.

Der DBV sieht Grenzen beim Miteinander von Wölfen und Weidetieren und fordert, in die Diskussion die gesamte Bevölkerung im ländlichen Raum einzubeziehen.

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