“Bauernproteste wie in den Niederlanden auch in Deutschland möglich”

Nach den Straßenblockaden niederländischer Landwirte, schließt Bauernpräsident Joachim Rukwied ähnliche Bauernproteste in Deutschland nicht aus.

In den Niederlanden hatten tausende Landwirte mit Straßenblockaden gegen das negative Image der Landwirtschaft protestiert. Sie wollen nicht mehr öffentlich als “Umweltverschmutzer” und “Tierquäler” dargestellt und wahrgenommen werden. Es kam zu rund 1.000 Kilometer Staus. Tausende Landwirte fuhren in Schrittgeschwindigkeit nach Den Haag, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Sie durchbrachen sogar Absperrungen, es kam auch während der Bauernproteste zu Festnahmen.

Rukwied zeigt Verständnis für Bauernproteste

Für die Protestaktionen niederländischer Landwirte zeigt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, Verständnis. „Diese Aktionen zeigen, dass die Berufskollegen in den Niederlanden unter enormem Druck stehen und für sich die Existenzfrage stellen. Wenn Politik und Teile der Gesellschaft die niederländische Landwirtschaft in die Perspektivlosigkeit drängen, sind solche Reaktionen zu erwarten.“ 

Proteste in Deutschland nicht ausgeschlossen

Der Bauernpräsident hält derartige Proteste, unter anderem wegen des umstrittenen Aktionsplans Insektenschutz, auch in Deutschland für möglich: „Wir schließen nicht aus, dass auch deutsche Bauern ihren aufgestauten Unmut in dieser Form ausdrücken. Sofern solche Proteste gewaltfrei bleiben, würden wir diese auch unterstützen“, so Rukwied. Allerdings wirbt der Bauernpräsident für den Dialog: „Die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen auch viel Verständnis für die Situation der Landwirte. Darauf müssen wir setzen. Die Bürger wollen gute heimische Landwirtschaft, dem müssen Politik und Gesetzgebung auch Rechnung tragen.“

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