Bauern- und Naturschutzverbände einig: Weidetierhaltung muss gefördert werden

Vertreter aus Landwirtschaft und Naturschutz fordern eine Nachbesserung bei der nationalen Umsetzung der GAP. Unter anderem soll die Weidetierhaltung gestärkt werden.

Eine Allianz aus Verbänden der Landwirtschaft und des Naturschutzes aus Schleswig-Holstein forderte den Bundestag und die Landesregierung zur Nachbesserungen der Reform der EU-Agrarpolitik in Deutschland auf. Die Gelder der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollten demnach auch für mehr Tierwohl, Biodiversität, Wasserschutz, aber auch gezielt für die Weidetierhaltung eingesetzt werden. „Im April hat das Bundeskabinett einen Entwurf zur Umsetzung der GAP vorgelegt, in dem das Budget der sogenannten Ökoregelungen mit 25 Prozent noch zu niedrig ist“, sagt Berit Thomsen, Landesgeschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Schleswig-Holstein. „Anfänglich sind mindestens 30 Prozent der Gelder der sogenannten Ersten Säule für Öko-Regelungen einzusetzen und der Anteil muss zudem stetig und deutlich steigen. Nur so kann ein für alle landwirtschaftlichen Betriebe planbarer Übergang beim Umbau der Agrarpolitik gelingen.“

Weidetierhaltung wichtig für gesellschaftliche Anliegen

Ein wichtiger Punkt ist für die Verbände die Stärkung der Weidetierhaltung. „Die Maßnahmen im Bereich Grünlandwirtschaft sind insbesondere für Milchviehhalter noch unzureichend”, so Heiko Strüven vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Für die Stärkung der gesellschaftlich gewollten Milchviehhaltung auf der Weide, die auch für Klimaschutz, Tierwohl und Artenvielfalt wichtig ist, müsse dringend eine zusätzliche Öko-Regelung in den Gesetzesentwurf.“ 

Direktzahlungen umschichten

Zudem fordert die Allianz, die Direktzahlungen für die ersten Hektare, also die Umverteilungsprämie, deutlich zu erhöhen. Dafür sei eine betriebliche Obergrenze von beispielsweise 300 Hektar einzuziehen und verbundene Unternehmen seien gemeinsam zu betrachten. Die Verbände schlagen vor, ab 60.000 Euro die Direktzahlungen degressiv zu kürzen und spätestens ab 100.000 Euro zu kappen. Das würde auch dem Vorschlag der EU-Kommission entsprechen. “Dadurch werden kleinere und mittlere Betriebe im Verhältnis zu außerlandwirtschaftlichen Investoren am Bodenmarkt weniger benachteiligt“, sagt Uta von Schmidt-Kühl, Vorsitzende von Land schafft Verbindung Schleswig-Holstein.

Alle Forderungen der Verbände können auf der Internetseite des Landesnaturschutzverbandes Schleswig-Holstein gelesen werden.

Foto: Alexas_Fotos/pixabay.com (Symbolbild)

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