Bauer sucht Frau: Das Mediengeschäft mit der Landwirtschaft – und der Einsamkeit

Geliebt oder gehasst, eine andere Möglichkeit scheint es für das Kuppelformat „Bauer sucht Frau” (BSF) und dessen Ablegern und Imitationen nicht zu geben. Das Konzept: Bauer hat aufgrund der vielen Arbeit oder der Abgeschiedenheit des Betriebes keine Zeit oder Möglichkeit, eine Frau zu suchen und bittet jetzt die Leipziger Moderatorin Inka Bause um Hilfe, einfach aber seit 2005 bewährt. „Bauer sucht Frau” ist eine österreichische Erfindung des Senders ATV und wurde rasch von RTL übernommen und für Deutschland adaptiert. Ab Herbst 2013 wird bereits die neunte Staffel gesendet.

Trotz Kritik aus Agrarkreisen gibt es Liebes-Erfolgsmeldungen und sogar Hochzeiten. Josef und Narumol sind wohl das bekannteste Paar aus der Reihe. Der bayrische Bauer lernte die Thailänderin in der 5. Staffel kennen und sie heirateten. Sogar ein Kind besiegelte die Liebe, ein weiteres hatte Narumol leider während der Schwangerschaft verloren. Kritik erntete die Sendung als herauskam, dass Philipp, ein Part des bislang einzigen schwulen BSF-Pärchens, gar kein Landwirt ist, sondern Pferdewirt und in einer 3-Zimmer-Wohnung lebt und den Betrieb nur von einem Bekannten angemietet hatte. Fernsehen ist eben Showbusiness. Selbst ein One-Hit-Wonder namens Schäfer Heinrich entsprang dem Quotenrenner. Der ehemalige Präsident des Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, kritisierte vor einigen Jahren gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel”: „Die Sendung gibt ein dümmliches und falsches Klischee über die Bauern wieder. Mit der Realität hat das alles nichts zu tun.” Sei’s, wie’s sei, die Fangemeinde bleibt konstant. Bis zu acht Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von durchschnittlich 27 Prozent pro Folge sowie über 118.000 „Gefällt mir”-Klicks auf der Facebook-Fanseite sprechen für sich.

Was haltet ihr von „Bauer sucht Frau”? Guckt ihr oder schaltet ihr um? Kommentiert und diskutiert mit! Wir freuen uns auf eure Meinungen.

Ein Gedanke zu „Bauer sucht Frau: Das Mediengeschäft mit der Landwirtschaft – und der Einsamkeit

  • 17.04.13 um 16:27
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    Ich schau es gerne, weil es echt amüsant ist.
    Mein Freund ist Landwirt im Nebenerwerb, wo ich einen kleinen Einblick in die ganze Arbeit habe.
    Wenn man dann mit manchen Bauern in der Sendung vergleicht, hat das zum Teil nicht viel mit Landwirtschaft zu tun.
    Die Sendung hat nur Unterhaltungswert.
    Mehr darf man nicht erwarten, außer ein paar guten Lachern 🙂

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