Ausgewogene Ernährung: Wieder Debatte um Lebensmittelampel

Dass ausgewogene Ernährung wichtig ist, weiß man. Foodwatch fordert eine Lebensmittelampel nach belgischem Vorbild.

Nach Großbritannien und Frankreich führt jetzt auch Belgien eine farblich gestaltete Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel ein. Diese soll es Menschen leichter machen, beim Einkauf auf ausgewogene Ernährung zu achten. Laut OECD ist in Deutschland jeder vierte Mensch ab 15 Jahren fettleibig. Der Trend hin zu gesunden Gerichten hat nicht nur mit Gewichtsreduktion zu tun. Die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden sind Gründe auf die Ernährung zu achten. In Deutschland wird schon länger über die Ernährungsberatung bereits im Supermarkt durch eine Lebensmittelampel diskutiert. Die Verbraucherorganisation Foodwatch nimmt die Einführung des sogenannten NutriScore-Systems in Belgien zum Anlass, erneut auf die Einführung einer ähnlichen Kennzeichnung in Deutschland hinzuweisen. Der Verein kann sich auch eine verpflichtende EU-weite Kennzeichnung vorstellen.

Foodwatch erwartet von Klöckner Engagement für ausgewogene Ernährung

Foodwatch fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dazu auf, sich auf europäischer Ebene für eine verpflichtende Lebensmittelampel stark zu machen. Der Verein kritisiert, dass zwar die Nährwertkennzeichnung in der EU einheitlich geregelt ist, eine Farbkennzeichnung aber nur auf freiwilliger Basis von den einzelnen Mitgliedstaaten eingeführt werden kann.

„Erst Großbritannien, dann Frankreich, jetzt Belgien – immer mehr Länder in Europa führen Lebensmittelampeln ein. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner wehrt sich jedoch mit Händen und Füßen gegen eine farbliche Kennzeichnung von Zucker, Salz & Co.”, sagte Foodwatch-Rechercheleiter Oliver Huizinga. Ärzteverbände, Krankenkassen und Verbraucherorganisationen würden schon seit Jahren ein Ampel-System fordern. “Auch die Mehrheit der Menschen in Deutschland will eine Ampel. Frau Klöckner sollte endlich den Appellen der Fachwelt folgen, statt nach der Pfeife der Lebensmittel-Lobby zu tanzen“, fordert Huizinga.

Belgien hält sich an Frankreich

Die belgische Regierung will das sogenannte NutriScore-Modell nach französischem Vorbild übernehmen. Das Modell wurde vergangenes Jahr von der französischen Regierung auf freiwilliger Basis eingeführt und bereits von einigen Unternehmen übernommen. NutriScore wurde von Wissenschaftlern entwickelt und nimmt eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vor. Günstige und ungünstige Nährwertbestandteile werden mit Punkten bewertet und dann miteinander verrechnet. Schließlich wird das Ergebnis mit einer fünfstufigen Farbskala dargestellt, die zugleich mit den Buchstaben A-E hinterlegt ist. Ein Produkt mit einem günstigen, ausgewogenen Nährwertprofil erhält somit eine grüne Einordnung und den Buchstaben A, ein sehr unausgewogenes Produkt bekommt eine rote Bewertung und den Buchstaben E.

Großbritannien hingegen hat bereits 2007 eine “echte” Ampel entwickelt. Sie zeigt nicht eine einzige Farbskala, sondern vier. Sie ist untergliedert in die Inhaltsstoffe Fett, gesättigte Fette, Zucker und Salz. “Beide Systeme haben in einem großen Vergleichstest der französischen Regierung dazu geführt, dass Menschen gesünder einkaufen”, so Foodwatch.

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