Apfelbäume gegen „Landraub“

Ostdeutsche Landwirte pflanzten 42 Bäume gegen den Ausverkauf landwirtschaftlicher Flächen.

„Allee des Landraubs“ nennen die Initiatoren die Aktion, mit der auf die Übernahme landwirtschaftlicher Flächen durch Investoren aufmerksam gemacht werden soll. Aktivisten unter der Federführung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) pflanzten auf einem 130 Hektar großen Ackerstück der Südzucker AG 42 Apfelbäume. Laut AbL habe sich der Konzern die Fläche im thüringischen Sömmerda widerrechtlich angeeignet.

„Immer mehr außerlandwirtschaftliche Investoren entziehen Landwirten Acker- und Weideland.“, so die AbL. Die Arbeitsgemeinschaft verweist in dem Zusammenhang auf die 2.500 Hektar große Fläche in Sömmerda, die Südzucker im vergangenen Jahr für 29 Millionen Euro von der Terra eG, einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), erworben hat.

„Diese Allee ist ein Symbol des Kampfs für eine gerechte Landverteilung“, erklärte Michael Grolm, Vorsitzender der AbL Mitteldeutschland. Nach Angaben des Vereins stehen die 42 Bäume für jeden ehemaligen Genossen der Terra eG. „Diese noch verbliebenen Genossen haben mit dem Verkauf an Südzucker 29 Millionen gemacht, obwohl sie das Land nach der Wende extrem vergünstigt bekommen haben.“, so Grolm weiter. Die AbL fordert für alle Bundesländer Agrarstrukturgesetze, die garantieren, dass nur landwirtschaftliche Betriebe Agrarflächen kaufen können. „Anteilskäufe und andere Tricks, die außerlandwirtschaftliche Investoren nutzen, um an Boden zu kommen, sollen verboten werden.“, sagte Grolm.

Konzerne zahlen für Flächen Höchstpreise, die sich Landwirte nie leisten können. Laut Thünen-Institut gehören zum Beispiel im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bereits 43 Prozent der Agrarflächen außerlandwirtschaftlichen Investoren.

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